Hundeführer Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 7)

Beim “Ablegen” darf Dackel Jockel seinen Platz nicht verlassen bis er abgeholt wird.

 

Die Jagdsaison rückt näher, bei der mir Dackel Jockel zur Seite sein wird.
Dafür muss er noch Manieren lernen. „Bei Fuß“-Gehen kann er schon recht brav. Doch muss er sich auch mal ablegen lassen.

Dackel Jockel und Ablegen

Dackel Jockel trainiert das Ablegen auch auf dem Hochsitz.

Dabei darf er nicht seinen Platz verlassen und er muss warten, bis er abgeholt wird. Auch darf man ihn von dort nicht abrufen um nachzukommen, denn da könnte es Missverständnisse geben. Der Hund folgt nach, wenn er es nicht sollte und stört dann den pirschenden Jäger.
Die Wartezeit erhöhe ich von Mal zu Mal. Da Jockel auch mit auf die Ansitzkanzel soll, üben wir das Warten in luftiger Höhe. Dort ist er dann für oft mehr als zwei Stunden mit mir zusammen. Er bekommt ein kleines Polster am Boden, damit er weiß, hier muss er bleiben. Auch diese Wartezeit üben wir mit stets längerer Dauer. Dass er da mal zum Fenster hinausschaut, kann man nur fürs Foto machen. Ansonsten muss er brav am Boden liegen.

Dackel Jockel – schussfest 

Ein Schuss macht ihm nichts aus, das haben wir auf dem Schießstand schon gesehen. Da erschrickt er nicht einmal. Ich bin gespannt, wie er reagieren wird, wenn er durch die Einstiegsluke Wild sieht. Da darf er keinen Mucks machen. Aber auch da wird es sicher Überraschungen geben.
Wer weiß, was dem tatenfrohen Hund dazu einfällt. Aber das hat bislang jeder Hund bei mir gelernt – jedoch jeder Hund ist anders. Vor allem sind Dackel die größten Individualisten. Allein unsere beiden, die ja miteinander verwandt sind, können unterschiedlicher kaum sein. Bei meinen Schweißhunden war das nie der Fall. Aber so ist es gut, Jockel lässt Erziehung nich zur Routine werden. Sie ist täglich eine neue Herausforderung.

Dackel Jockels neueste Streiche

Dackel Jockel ist durchaus “ballsporttauglich”!

Von seinen neuesten Streichen weiß ich nur zu berichten, dass er den Plüsch-Hasen unserer Enkel gemeuchelt hat. Unbemerkt hat er ihn aus dem alten Bauernschrank herausgezogen, als ich dort etwas suchte. Zwischen meinen Füßen angeschlichen, zugeschnappt, und bis ich es bemerkt hatte, war der arme Hase bereits ohne Ohren, Arme und Beine.
Jetzt muss ich unbemerkt von den Kindern einen genauso ausschauenden Hasen besorgen. Das wird ein Problem, denn sonst heißt es gleich: „Der böse Jockel!“

Das kleinere Problem war der Ball, den er ebenfalls aus dem Schrank geklaut hat. Erst hat er mit ihm ganz reizend gespielt, sodass wir ihm den Ball gelassen hatten, denn der war von dicker Haut und so groß, dass er keine Möglichkeit bot, irgendwo hineinzubeißen. Nicht so beim Jockel. Er fand dennoch eine Chance, einen Zahn hineinzubohren und – die Luft war heraußen. Doch für einen Ball finde ich eher einen Ersatz als für den armen Hasen. Mal schau’n, wie die Enkel, wenn sie zu Ostern kommen, den Fall sehen.

… mal sehen wie es weiter geht :-)

Jagdbücher von Gerd Meyden:

Was uns Jägern wirklich bleibt …
Jägerwege
All das ist Jagd

 

Hundeführer Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 6)

Je näher die neue Jagdsaison kommt, desto mehr müssen wir uns um die Fährten- und Schweißarbeit kümmern. Jockel bekommt im Moment noch Schweiß-Schleppen, doch bald werden wir mit dem Fährtenschuh arbeiten. Dabei wird der ausgebrachte Schweiß immer weniger werden, bis am Ende nur noch die Fährte über Bodenverwundung gearbeitet werden wird.

Dackel Jockel – nervenstark bei der Arbeit

Gerd Meyden und Dackel Jockel – ein Team mit Nervenstärke

Doch, wie gesagt, noch arbeiten wir mit Schleppen. Da zeigte kürzlich der kleine Kerl, was für gute Nerven er hat. Ich hatte am Morgen eine Fährte gelegt, die wir nun nach gut 4 Stunden arbeiten wollten. Zum „Anschuss“ gelegt, arbeitete der Jockel zügig und konzentriert voran.

Jogger in Aktion – zwei Meter neben der Fährte

Doch dann, oh Schreck, sah ich, dass im Verlauf der Fährtenbahn – an einem Hochstand sollte es vorbei gehen – ein Mensch zugange war. Direkt, vielleicht 2 m neben der Fährte machte ein Jogger an der Hochstandleiter gymnastische Übungen. Mit wilden Kampfschreien à la Kung Fu und Arme-Schwenken sprang dieser Turner umher.

Und da sollten wir nun vorbei und nicht die Konzentration verlieren. Ich dachte schon ans Abbrechen der Arbeit. Dackel Jockel würde gewiss drausgebracht werden und eine schlechte Erfahrung mitnehmen.
Aber da der kleine Hund sich vorerst nicht ablenken ließ, machten wir weiter. Beim Passieren des wild mit den Armen rudernden Kerls, dachte ich, dass er sich jetzt den Menschen näher anschauen werde. Jockel ist ja ein großer Menschenfreund, der noch nie eine schlechte Erfahrung gemacht hat.
Doch nein, den Jogger ignorierte er vollkommen und suchte eifrig weiter. Das war eine Glanzleistung.

Ich hatte früher einmal bei einer Hundeprüfung mit einer Deutsch-Kurzhaar-Hündin eine ähnliche Situation erlebt. Da musste die Hündin, allerdings frei suchend, eine Kaninchenschleppe arbeiten. Nur hatte sich in der Zwischenzeit eine Familie genau auf der Schleppenspur einen Picknickplatz ausgesucht. Als nun der Hund erschien, warfen sie mit Flaschen nach dem braven Tier und brachten es total draus. Die Hündin brach die Suche ab und fiel auch prompt durch.

Zum Glück warf unser Jogger den Jockel nicht mit Gegenständen. Es wäre ihm auch nicht gut bekommen. Auf diese Nervenleistung des 9 Monate alten Hundes war ich natürlich sehr stolz.

Jagdbücher von Gerd Meyden:

Was uns Jägern wirklich bleibt …
Jägerwege
All das ist Jagd