Klauengesundheit – Mortellaro immer öfter ein Problem

Mortellaro chronisch

Mortellaro ist nachhaltig nur mit regelmäßiger Klauenpflege in den Griff zu kriegen.

Mortellaro- oder Erdbeerkrankheit ist eine eitrige und schmerzhafte Entzündung der Oberhaut und gilt als sehr infektiöse Klauenerkrankung. Sie ist eine Faktorenerkankung und entsteht durch lokale Infektion der vorgeschädigten Haut.

Begünstigend wirken unhygienische Stallbedingungen, Feuchtigkeit, Aufstallungsform, hohe Besatzdichte, mangelhaft oder nicht durchgeführte Klauenpflege (Spreizklauen, niedere Trachtenhöhe), schlechte Liegeplatzgestaltung und Beschaffenheit der Böden. Ebenfalls kann die Gestaltung der Futterration eine wesentliche Komponente sein. Zusätzlich wird anaeroben Bakterien eine infektiöse Rolle zugeschrieben. Die restlose Klärung der konkreten „Verursacher“ ist noch ein Thema der Forschung.

Hoch infektiöse Klauenerkrankung?

In der Praxis stellen Klauenpfleger immer öfter fest: „ Interessant ist, dass bestimmte Tiere in ein und derselben Herde, auch bei ähnlichem Leistungsniveau,  immer wieder Probleme haben und andere gar nie. Es gibt zahlreiche Betriebe, die sich im Hochleistungssegment befinden und dort tritt Mortellaro nicht auf bzw. heilt meist ohne größere Probleme wieder ab.“
Da spielen Fütterungsthemen mit. Bei Erreichen einer bestimmten Leistung mit möglichst hohem Grundfutteranteil und mäßiger und wiederkäuergerechter Kraftfuttereinsatz, verringert sich das Mortellaro-Risiko erheblich.

Wie erkenne ich die Klauenerkrankung?

Die Tiere trippeln oft und zeigen aber dabei, speziell bei der chronischen Form, kaum Lahmheiten. Die typische zwei bis vier Zentimeter große Erdbeerform mit überlangen Haaren am Rand zeigt sich nur im Akutstadium und tritt meist an der Haut über dem Ballen auf. Zur Früherkennung ist zu empfehlen im Melkstand den Unterfuß zu reinigen. Eine schleimige Schicht und käseartiger Geruch sind Anzeichen dieser  Erkrankung. Die geringste Berührung ist hochgradig schmerzhaft.
Auf die chronische Form bzw. auf die Abheilungsphase weist ein weißer bis braungrauer Hautüberzug hin, der warzenartig aussehen kann und kaum bzw. überhaupt nicht mehr schmerzempfindlich ist.

 Was kann ich dagegen unternehmen?

Zu Überlegen ist, bei welchen Faktoren kann es am Betrieb Mängel geben? Bei welchen Kühen und welchem Lakationsstadium tritt die Erkrankung auf? Besonders hilfreich ist dabei die exakte Dokumentation der Klauenpflege.

Um den Unterfuß optimal zu „hinzustellen“, ist die Durchführung der funktionellen Klauenpflege der erste Schritt. Danach wird dieser gründlich gereinigt und nach der zwischen Landwirt und Tierarzt vereinbarten Therapie mit Sprays bzw. Pasten behandelt.
Neben den erforderlichen Sofortmaßnahmen darf für den nachhaltigen Erfolg auch nicht übersehen werden, an den Faktoren anzusetzen und besonders ins Grundfutter mehr Struktur zu bringen, was die Hornqualität positiv beeinflusst. Finanziell aufwendige Behandlung können so vermieden werden.

… Tipps und Anregungen zur Klauengesundheit und Klauenpflege gibt es im Stocker-Praxisbuch von Mag. Michael Hulek:
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