Heu – vom Grundfutter bis zum Kochen

Heutrocknung

Seit dem Beginn der Haustierhaltung wurde Heu als Winterfutter erzeugt (aus DAS GROSSE BUCH VOM HEU; Leopold Stocker Verlag)

Wiesen, Weiden und Rasen sind von Gräsern geprägte Lebensräume, die zumeist erst vom Menschen geschaffen worden sind und der menschlichen Pflege bedürfen. Je nach Wiesentyp entwickelt sich ein unterschiedlicher Aufwuchs, dementsprechend ändert sich auch die Zusammensetzung des Heus. In der Flora Mitteleuropas können mehr als 1.000 Pflanzenarten in Wiesen vorkommen. Für die Ausprägung der Wiesen ist neben den allgemeinen ökologischen Bedingungen wie Klima, Exposition, Bodentyp, Wasserverfügbarkeit vor allem die Bewirtschaftungsweise von Bedeutung.

Grasflächen

Als Rasen bezeichnet man niedrig gewachsene oder häufig genutzte Grasflächen. Fettwiesen sind regelmäßig gedüngte ein- bis mehrmals im Jahr gemähte Wiesen. Magerwiesen sind ungedüngt und werden meist nur 1–2 Mal gemäht. Seltener gemähte Bereiche am Rand von Gebüschen oder Wäldern bilden so genannte Saumgesellschaften aus. Fettwiesen sind ertragreicher, aber artenärmer als Magerwiesen. Trockenwiesen findet man auf flachgründigen, durchlässigen Böden in sonnigen Lagen in niederschlagsarmen Gebieten. Sie trocknen immer wieder stark aus. Nasswiesen kommen auf andauernd nassen oder wechselnassen Standorten vor.

Pflanzenvielfalt

In Bezug auf steigende Wasserverfügbarkeit spricht man von trocken, frisch, feucht und nass, wobei die Wasserversorgung im Jahresverlauf variieren kann. Für praktische Zwecke teilt man die im Heu vorhandenen Pflanzen in Gräser und Grasartige, Leguminosen und Wiesenkräuter ein. Für eine optimale Nutzung soll die botanische Zusammensetzung der Wiesen ausgewogen sein. Im Futterbau sollte der Gräseranteil 50–70 % betragen und der Anteil der Kleearten und Kräuter 30–50 %. Grasreichere Flächen werden auch genutzt, wenn sie Gräser mit einem hohen Futterwert aufweisen. Gräser und grasartige Pflanzen sind sicherlich die auffälligsten Bestandteile im Man unterscheidet die Süßgräser (Gramineen, Poaceae) und Sauergräser (meistens Cyperaceae und Juncaceae).

Heu – Ernte – einst

Seit dem Übergang der Menschen von Jägern und Sammlern zu dauernden Bewohnern von Siedlungen spielt die Viehzucht eine bedeutende Rolle im Arbeitsalltag. Neben der Weidewirtschaft, wo sich die Nutztiere in einem eingezäunten Bereich das tägliche Futter weitgehend selbst zu suchen hatten, musste zumindest in der Vegetationsruhe der Natur zugefüttert werden. Heu war seit den ersten Formen der Nutztierhaltung das wichtigste Grundfutter. Bald haben die Bauern auch erkannt, dass die Qualität des Futters eine entscheidende Auswirkung auf die Qualität der Milch und damit auf den Erfolg ihrer Arbeit hat. Die Produktion von Heu hat entscheidenden Einfluss auf die Kulturlandschaft. Jedes nicht gemähte oder beweidete Grundstück wird schon nach kurzer Zeit von Gehölzen in Besitz genommen und sehr bald ganz zu Wald. Die von Wiesen geprägte Kulturlandschaft ist eine Folge der Viehwirtschaft!

Heu – Die Mahd

Heumahd

Heumahd mit dem Balkenmäher (aus DAS GROSSE BUCH VOM HEU; Leopold Stocker Verlag)

Heu schwaden

Das Schwaden erfolgte mit dem schräg gestellten Wender. (aus DAS GROSSE BUCH VOM HEU, Leopold Stocker Verlag)

Jahrhundertelang war die Sense das wichtigste Werkzeug in der Graswirtschaft. Das Sensenblatt war eines der wenigen Güter, das nicht selbst auf dem Hof erzeugt werden konnte. Sensen wurden zugekauft: Die Sensenstiele wurden wieder meist auf den Höfen von den Bauern selbst erzeugt. Vor dem Gebrauch wurde das Sensenblatt gedengelt, das heißt, seine Schneide wurde mit dem Dengelhammer auf dem Dengelstock gleichmäßig dünn ausgetrieben. Das Dengeln gehörte zur wichtigsten und zeitaufwändigsten Vorbereitung für die Heumahd. Nach dem Dengeln wurde die Sense mit dem Wetzstein händisch geschliffen. Nun war sie für den tagelangen Einsatz bei der Heuernte bereit. Eine rasiermesserscharfe Sense wurde nie in die Hände anderer gegeben. Jeder Mäher hatte „sein Zeug“ und niemand wäre auf die Idee gekommen, fremdes Mähwerkzeug auch nur für einen kurzen Augenblick zu benützen! Jeder Mäher hatte bei der Arbeit seinen Wetzstein in einem mit Wasser gefüllten Kumpf bei sich. Die Männer steckten den Kumpf an den Hosenriemen, die Frauen hängten ihn in das Schürzenband ein. Das händische Mähen erforderte auf großen Höfen jede nur mögliche Arbeitskraft. Der Arbeitstag begann im ersten Licht der Morgendämmerung, die Temperaturen waren für die anstrengende Arbeit angenehm kühl und das taunasse Gras ließ sich gut und zügig schneiden. Die Spitze einer schräg hintereinander gestaffelten Mäherkolonne führte der ranghöchste Hofbewohner, also meistens der Bauer selbst, oder sein Großknecht an. Dann folgten alle weiteren Hofbewohner nach ihrem Rang auf dem Hof gestaffelt.  Es gab kein Hudeln (schnelles, oberflächliches Arbeiten) und Überholen, es durfte aber auch kein Mäher zurückbleiben. Mit breitem Schritt und leicht nach vorne geneigt wurden schnurgerade Gassen durch das Gras gezogen. War ein Bauer in der glücklichen Lage, Zugtiere und ebene Wiesen zu besitzen, konnte er seine Flächen auch mit einem Balkenmäher mähen. Das sparte Zeit und Arbeitskräfte. Unmittelbar hinter der Mäherkolonne bzw. dem Balkenmäher folgten Frauen und Mädchen mit Gabeln und breiteten die dichten Schwaden des gemähten Grases locker und gleichmäßig über die ganze Fläche aus. Das Frühstück und die Jause wurden auf das Feld gebracht, während das Mittagessen am Hof eingenommen wurde, wenn dieser nicht zu weit entfernt lag. Ein Glockenschlag mit der Hausglocke läutete die kurze Mittagsrast ein.

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Die Bauern – traditionelle Landwirtschaft

“Die Bauern” von Wolf Dietmar Unterweger

Im Leopold Stocker Verlag ist eine 1290 Seiten starke Hommage – in 3 Bänden , verfasst vom Autor und Fotokünstler Wolf-Dieter Unterweger erschienen.
„Die Bauern” ist ein großformatiger Schaugenuss, ein Werk mit informativen Texten, in 26 Kapitel unterteilt, die traditionelles Wissen mit den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen verknüpfen um global eine für die Bewältigung der Zukunft neue, nachhaltige Landwirtschaft anzuregen.

“Die Bauern” von Wolf Dieter Unterweger – ein Zeitdokument mit künstlerischem Anspruch

Der Zugang:

  • Ein dokumentarisches und künstlerisches Vermächtnis für Bauern, Ökologen, Kunst- und Kulturhistoriker, Künstler, Politiker, Fotografen, Agrarwissenschaftler und Volkskundler, wie auch für nachfolgende Generationen.
  • Ein Meisterwerk der analogen Fotografie im Rang eines Kunstwerkes und ein Sachbuch, das große Beachtung finden wird.
  • Mit der Veröffentlichung dieser Bilder darf sich Wolf-Dietmar Unterweger zu den international besten Fotografen zählen.
  • Er steht für eine ökologische Landwirtschaft und eine neue Schönheit auf dem Lande ein. Das heißt auch – für eine traditionelle Landwirtschaft, die nicht nur gesunde Lebensmittel produziert, sondern auch Menschen Arbeit gibt und darüber hinaus auch Kultur und Kunst schafft.

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Erfolgreiche Rinderhaltung – Bestandsbetreuung

Erfolgreiche Rinderhaltung durch Bestandsbetreuung

Die Tiergesundheit ist ein zentraler Punkt im komplexen Thema Rinderhaltung. Eine periodische durchgeführte tierärztliche Betreuung der Herde verhindert, dass Probleme, deren Lösungen meist sehr kostenintensiv ausfallen, erst gar nicht auftreten.
„Erkrankungen werden schon in der subklinischen Phase erkannt und es kann rasch reagiert werden. Das ist schonender für das Tier und, nicht zu vergessen, für die Brieftasche des Landwirts“ nennt Dr. Walter Peinhopf die wesentlichen Gründe für seine Arbeit in der Bestandsbetreuung.

Die Bestandsbetreuung in Rinderbetrieben ist für jede Betriebsgröße konzipiert. Ein Tag mit Tierarzt Dr. Walter Peinhopf zeigt, was dabei alles zu erledigen ist. 

Praktische Arbeit im Vordergrund

Bestandsbetreuung

Dr. Walter Peinhopf – Pionier der Bestandsbetreuung

Dr. Walter Peinhopf ist einer der österreichischen Pioniere in der Bestandsbetreuung und betreut Betriebe alle Typen von Betrieben, von Milchviehbetriebe mit bis zu 80 Kühen, Mutterkuhhalter und auch zahlreiche Betriebe, die im Nebenerwerb bewirtschaftet werden.
„Ich setze mein Modell der routinemäßigen Bestandsbetreuung schon seit Jahren sehr erfolgreich quer durch die unterschiedlichen Betriebsfacetten ein. Durch regelmäßige Fortbildungen im In- und Ausland halte ich mein Knowhow stets aktuell. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Tagesarbeit ein. Ganz wesentlich ist, dass ich Lösungsansätze, die ich auf Betrieben sehe, auch an die Landwirte weitergebe.“

Regelmäßige Bestandsbetreuung

Die Rückenfettdicke gibt Aufschluss über den Ernährungszustand des Tieres.

Wenn zwischenzeitlich keine akuten Krankheitsfälle auftreten, besucht Walter Peinhopf die Betriebe  in periodischen Abständen. Heute steht Nebenerwerbslandwirt Gerhard Leitner auf dem Besuchsplan. Sowohl Tierarzt als auch der Landwirt bereiten sich auf diesen Besuch vor. Gerhard Leitner: „Schon vor der Visite erstelle ich die Liste der Tiere, die zu untersuchen bzw. zu behandeln sind, notiere mir meine Fragen und fixiere die Rinder am Fressgitter.“
„Heute glänzen sie aber wieder!“: Dr. Peinhopf betritt den Stall und macht sich gleich ein Gesamtbild vom Zustand der Herde und misst mittels Ultraschall die Rückenfettdicke bei allen Kühen, um deren Ernährungszustand zu überprüfen. „Es ist mir besonders wichtig, dies bei allen Tieren durchzuführen, um neben dem jeweiligen Einzeltier auch einen guten Überblick über die gesamte Herde zu erhalten.“ Ausführlich wird bei jeder Kuh das aktuelle Ergebnis erläutert, Abweichungen und Tendenzen aus den vorherigen Messungen besprochen.

Rückenfettdicke und Ultraschalluntersuchung

Das Vorliegen einer Trächtigkeit am Ultraschallbild

„Diese Untersuchung braucht nur wenige Minuten, aber sie liefert wichtige und aufschlussreiche Informationen bezüglich Kondition und Ernährungszustand des Tieres. So nebenbei „checke“ ich dabei auch die Pansenfüllung, Konsistenz des Kotes und die Klauengesundheit.“: erläutert Dr. Peinhopf.
Weiter geht es mit der rektalen Ultraschalluntersuchung der Kühe und Kalbinnen. „Die Tiere untersuche ich auf Trächtigkeit. Außerdem überprüfe ich die Eierstöcke auf ihre Aktivität und auf Abweichungen, z.B. Eierstockzysten. Rinder, die erst kürzlich gekalbt haben, überprüfe ich, ob sie „sauber“ sind, d.h. ich kontrolliere, ob Nachgeburtsreste oder Eiter in der Gebärmutter sind. “ Eine vorliegende Trächtigkeit kann ab dem 26. Tag nach der Belegung festgestellt werden. Der Fortbestand der Trächtigkeit wird ab dem 60. Tag kontrolliert, um unbemerkte Frühaborte auszuschließen. Dabei wird das Geschlecht des Embryos bestimmt und das Vorliegen von Mehrlingen erkannt.

Stimmt der Stoffwechsel?

Der Stoffwechsel wird mittels Bluttest – Keton-Wert (BHB) – überprüft.

Um den Stoffwechsel zu überprüfen, wird mittels Bluttest der Keton-Wert (BHB) bei Kühen bis drei Wochen nach der Abkalbung bestimmt. Aber auch Tiere, bei denen die Rückenfettdicke im Vergleich zur letzten Messung um 5 mm oder mehr abgenommen hat, werden auf Acetonomie überprüft. Die Untersuchungen beschränken sich allerdings nicht nur auf den Kuhbestand. Auf dem Weg zu den Kälbern wird das Jungvieh auf Fütterung, Kondition und Besamungsreife kontrolliert und mit Betriebsleiter Gerhard Leitner diskutiert. Dr. Peinhopf: „Die Kälber schaue ich mir in erster Linie auf Durchfall- und Nabelerkrankungen an. Bei den weiblichen Tieren überprüfe ich die Euterreinheit.  Die Kälber werden bei Bedarf enthornt bzw. dafür vorbereitet, dazu gehören Betäubung und lokale Schmerzausschaltung.“

Im Anschluss daran erfolgen die Therapien, die je nach Befund erforderlich sind. Am Futtertisch nimmt Walter Peinhopf eine Futterprobe in die Hand und riecht daran, um die Futterqualität zu prüfen.

Nachbesprechung

„Ein zentraler Bestandteil der routinemäßigen Bestandsbetreuung ist die „Diskussion am Küchentisch“. Gemeinsam vergleichen wir den aktuellen Ist-Stand mit vorangegangenen Befunden. So können die „Entwicklungsschritte“ des Einzeltieres und der Herde analysiert werden. Ein wichtiges Instrument dafür ist die gemeinsame Interpretation der Daten, die dem Landwirt ohnedies zur Verfügung stehen, z.B. LKV-Daten oder Daten zum Gesundheitsmonitoring. Sehr aussagekräftig ist die Analyse des LKV-Jahresberichtes.
Ganz besonders möchte ich darauf hinweisen, dass Einzelkontrollen aufgrund des geringen Datenvolumens bei den üblichen Herdengrößen (bis ca. 60 Kühe) statistisch kaum Rückschlüsse auf die konkrete Herdenrealität zulassen. Der LKV-Jahresbericht ist da aber schon sehr aussagekräftig, z.B. über die Daten zu den Inhaltsstoffe bei bestimmtem Leistungsniveau der Herde.“

Buchtipp:
Die gesunde Herde – erfolgreiche Rinderhaltung durch Bestandsbetreuung

Peinhopf, Die gesunde Herde

Stocker-Praxis: Die gedsunde Herde – Bestandsbetreuung

Die moderne Milchviehhaltung ist geprägt von größeren Betrieben, höheren Tierzahlen, modernen Haltungsformen und ständiger Weiterentwicklung, wie das Ende der Kontingentierung zeigt  – diese neuen Rahmenbedingungen erfordern von den Landwirten, zugleich Herdenmanager zu sein.
Ob Fruchtbarkeitsprobleme, hohe Zellzahlen in der Milch oder Stoffwechselstörungen, reine Symptombehandlung ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Vom ganzheitlichen Standpunkt aus betrachtet sind es viele Rädchen, an denen man drehen muss, um die Gesundheit der Tiere zu erhalten und gleichzeitig oder gerade dadurch wirtschaftliche Milchproduktion zu ermöglichen.
Der Autor Walter Peinhopf, selbst Tierarzt, geht in seinem Buch auf unterschiedliche Themenbereiche, wie Tierwohl, Tierschutz, Herdsmanship, Fütterung, Klauen- und Eutergesundheit, Stallklima, Haltung etc., ein und erklärt die Zusammenhänge. Es geht schließlich darum, die „Krankheit hinter der Krankheit“ zu erkennen und die Behandlung kranker Tiere durch Vorbeugung und Beratung abzulösen. Ein wichtiger Aspekt ist deshalb die Zusammenarbeit des Landwirts mit dem Tierarzt, dem Klauenpfleger, dem Fütterungsberater oder dem Stallplaner. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis zeigen, wie es gehen kann.
Mit diesem Buch hat jeder Landwirt das Rüstzeug, um strukturiert und mit Systematik und Regelmäßigkeit an die neuen Herausforderungen heranzugehen.

… zu bestellen bei der Bücherquelle!

 

Most und Apfelwein – Süßmostherstellung

Obsternte ist auch die Most und Apfelwein Zeit

Karl Stückler erklärt übersichtlich und klar im Stocker-Praxisbuch “Most und Apfelwein” wie die Mostgewinnung garantiert gelingt.   Er ist Lehrer an einer landwirtschaftlichen Fachschule und leitet dort die Fachbereiche Obst, Obstverarbeitung und Bienenkunde sowie das Mostlabor.

Aus “Most und Apfelwein”

“Das Obst soll reif sein und sauber”: Karl Stückler aus dem Stocker-Praxisbuch ” Most und Apfelwein”

Tipps und Anregungen zur  Süßmostherstellung:

  • Rohstoffauswahl
        Das Obst soll reif, jedoch nicht überreif sein. Durch genaues Waschen wird nicht nur Schmutz beseitigt, sondern auch Schimmelpilze, die Giftstoffe bilden (z. B. Aflatoxine), werden entfernt. Angefaultes und schimmeliges Obst wird aussortiert.

Süßmost

          (=Fruchtsaft) enthält wertvolle Fruchtsäuren und unterschiedliche Zuckerarten.

 


  • Süßmost als Kurmittel

    Cholesterin- und Blutfettwerte können durch Süßmost reduziert werden. (aus dem Stocker-Praxisbuch ” Most und Apfelwein” v. Karl Stückler)

    Reiner Apfelsaft wird auch als Kurmittel eingesetzt. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen enthält vor allem naturtrüber Apfelsaft einen großen Anteil an Pektin. Pektine können im Darm Schadbakterien, Schadviren und Schadpilze binden, inaktivieren und ausscheiden. Aber auch Cholesterin- und Blutfettwerte können durch den gezielten Einsatz von Süßmost reduziert werden.
    Durch schonende und richtige Lagerung, müssen diese wertvollen Inhaltsstoffe und Eigenschaften erhalten werden.

  • Haltbarkeit durch Erhitzung
    Der frisch gepresste Saft kann innerhalb kürzester Zeit von Mikroorganismen (Pilze, Hefen, Bakterien etc.) befallen werden. Rasches Konservieren ist notwendig. Neben dem Einfrieren des Saftes kommt nur die Konservierung durch Erhitzung in Frage.

    aus dem Stocker-Praxisbuch “Most und Apfelwein” v. Karl Stückler

    Dadurch werden die Mikroorganismen abgetötet. Der Saft ist steril. Nur Sporen von Schimmelpilzen können eventuell überleben, wenn die Flasche nicht vollkommen gefüllt wurde und deshalb noch Sauerstoff vorhanden ist.
    Die Pasteurisationstemperatur soll 78 °C betragen.
    Unter 70 °C beginnt der Saft wieder zu gären. Über 80 °C tritt ein leichter Kochgeschmack auf, auch wichtige Inhalts- und Aromastoffe erleiden eine Schädigung. Je höher der Säuregehalt (über 7 Promille), desto leichter ist es, den Süßmost haltbar zu bekommen, da die Säure hemmend auf Mikroorganismen wirkt.  Das Einhalten der Pasteurisationstemperatur von 78 °C ist daher für die Haltbarkeit des Produktes von entscheidender Bedeutung.

  • Methoden der Safterhitzung
    Ausschlaggebend für die Wahl wird die zu verarbeitende Presssaftmenge sein. Für den Hausgebrauch eignet sich die Methode der Flaschenpasteurisation.Flaschenpasteurisation

    Auch beim Pressvorgang kommt es auf Hygiene und Sauberkeit an. (Stocker-Praxisbuch “Most und Apfelwein” v. K. Stückler)

    Für kleinere Mengen ist das Erhitzen der gefüllten Süßmostflasche im Wasserbad möglich. Der kalte Presssaft wird in saubere Flaschen gefüllt. Die Flaschen sollen das gleiche Volumen sowie die gleiche Höhe aufweisen.
    Unverschlossen werden diese in das Wasserbad gestellt. Am Boden des Topfes muss ein Holzrost vorhanden sein, da die Flasche nicht direkt mit dem heißen Kesselboden in Berührung kommen darf.
    In einer der Flaschen, die möglichst in der Mitte des Kessels stehen soll, wird ein Stabthermometer gegeben. Dieses soll die Temperatur der Flaschenmitte messen (mit Gummiring fixieren, damit es nicht zu tief in die Flasche einsinkt). Wird die Pasteurisationstemperatur von 78 °C erreicht, so wird die Flasche herausgenommen und verschlossen.(Pasteurisation mit Süßmostglocke, Röhrenwärmetauscher, Plattenwärmetauscher, elektrisches Süßmostpasteurisierungsgerät und Tunnelpasteur sind im Stocker-Praxisbuch „Most und Apfelwein ab Seite 131 beschrieben.)

  • Verschließen
    Die Flaschen sind randvoll mit Saft zu füllen. Durch das Verschließen und Abkühlen entsteht im Inneren ein Vakuum. Zum Verschließen sind Kronenkorke, Gummikappen und Schraubverschlüsse am besten geeignet. Natur- und Presskorke können durch das entstehende Vakuum nach innen eingezogen werden. Gummikappen sollten, bevor sie verwendet werden, gereinigt und in Heißwasser sterilisiert werden. Kronenkorken brauchen vorher nicht sterilisiert werden, wenn man die Flasche sofort nach dem Verschließen umlegt oder stürzt, damit sich die eventuell vorhandenen Luftblasen durch den Saft bewegen und der heiße Saft den Innenteil des Korkes berührt.
  • Abkühlen
    Nachdem der Saft auf 78 °C erhitzt, die Flasche verschlossen und gestürzt wurde, ist ein rasches Abkühlen zu empfehlen. Es genügt bereits, wenn die Flasche zum Abkühlen ins Freie gestellt wird. Durch eine rasche Abkühlung werden die Aromastoffe weniger geschädigt. Das früher übliche lange Warmhalten und Abdecken der Flaschen ist nicht anzuraten, es sei denn, die 78 °C Pasteurisationstemperatur wurde nicht erreicht. Dann kann durch eine lange Warmhaltephase eine Haltbarmachung erreicht werden (Aroma- und Geschmacksstoffe gehen aber verloren).

 

Stocker-Praxisbuch: “Most und Apfelwein” von Karl Stückler

Stocker-Praxisbuch “Most und Apfelwein” – zu bestellen bei der Bücherquelle

 

 

Ebenfalls im Leopold Stocker Verlag von Karl Stückler erschienen:

 

 

Stocker-Praxisbuch: MET Honigwein-Bereitung von Karl Stückler

Stocker-Praxisbuch ” Met Honigweinbereitung” – zu bestellen bei der Bücherquelle

 

 

Ziegen – welche ist die richtige für meinen Betrieb?

Ziegenhaltung heute

Ziegen – Link zum Zuchtverband (aufs Bild klicken)

Die „eierlegende Wollmilchsau“, also das rundum perfekte Nutztier, gibt es auch bei den Ziegenrassen nicht. Allerdings kann gerade durch richtige Rasseauswahl dem tierzüchterischen und wirtschaftlichen Ideal schon relativ nahegekommen werden. Mit einer Rassenziege  aus einem anerkannten Zuchtbetrieb kauft man kaum jemals die Überraschungskatze im Sack. 

Keine Mischmaschziegen

Diese zeigen oftmals eine hohe Risikoanfälligkeit für Inzuchtdepression mit allen dazugehörigen negativen Begleiterscheinungen, da für diese Tiere keine Aufzeichnungen über ihre Herkunft vorliegen. In der ziegenhalterischen Praxis wurde das dann oft so gehandhabt, dass der Gemeindebock zwar lustig buntscheckig und mit einem imposanten Hornschmuck versehen war, aber in den örtlichen Ziegenherden genetisch schon als Vater, Großvater und Urgroßvater in ein und derselben Person eifrig unterwegs war. Dass die Nachkommen in der Folge weder leistungsmässig noch gesundheitlich wirklich befriedigend sind, darf logischerweise nicht verwundern.

Einige Ziegenrassen

Österreichische Saanenziegen / Weiße Edelziegen
Weiße Deutsche Edelziege

Weiße Deutsche Edelziege (aus Ziegenhaltung heute – Stocker-Praxisbuch)

Die Schulterhöhe bei Böcken liegt bei 80–95 cm, bei Ziegen zwischen 74–85 cm. Das Gewicht der männlichen Tiere beträgt rund 75–100 kg, das der weiblichen Tiere an die 50–80 kg. In den Schweizer Originalzuchtgebieten erbrachten Saanenziegen 1994 in durchschnittlich 273 Melktagen 870 kg Milch mit 3,1 % Fett und 2,6 % Eiweiß und in Österreich in 240 Tagen 719 kg mit 3,2 % Fett und 2,92 % Eiweiß. Dies ist umso erstaunlicher, als diese beachtlichen Mengen vorwiegend bei wirtschaftseigenem Raufutter mit relativ geringen Kraftfutterzugaben erzielt wurden.

Weiße Deutsche Edelziege (WDE)

In Größe, Gewicht und Milchleistung gibt es kaum Unterschiede zur Saanenrasse. Sie ist etwas rumpfiger und kräftiger als die Saanenziege und bei ihr ist eine leicht rötlichgelbe Färbung an Hals und Rücken erlaubt. Die Böcke tragen an diesen Stellen bisweilen etwas längere Haare, was durchaus noch als rassetypisch bezeichnet werden kann.

Gemsfarbige Gebirgsziegen und verwandte Schläge
Cremefarbige Gebirgsziegen

Cremefarbige Gebirgsziegen (Stocker Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTe)

Die Widerristhöhe bei Böcken beträgt 75–80 cm und deren Gewicht liegt bei 70–100 kg. Die Geißen messen 70–80 cm und bringen an die 40–80 kg auf die Waage. An durchschnittlicher Milchleistung wurden 1994 bei den Graubündnern in 249 Melktagen 600 kg mit 3,4 % Fett und bei den Brienzern in 269 Tagen 721 kg mit annähernd gleichen Anteilen an Fett (3,5 %) und Eiweiß (2,8 %) ermolken. In Österreich werden in 240 Standardkontrolltagen laut ÖBSZ 653 kg Milch, mit 3,37 % Fett und 3,06 % Eiweiß erzielt.

Gefährdete Ziegenrassen

Tauernschecken
Tauernschecken (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Tauernschecken (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Zu den in ihrem Bestand hochgefährdeten Ziegenrassen zählt in Österreich die Tauernscheckenziege, welche im salzburgischen Gaisbachtal in Rauris in den 1960-iger-Jahren mit den letzten Exemplaren kurz vor dem Aussterben stand. Heute umfasst die eingeschworene Familie der Tauernscheckenzüchter über 210 Mitglieder mit 1.081 Herdebuchtieren. Es sind dies sehr hübsche schwarz-weißbraun gescheckte, ausnahmslos gehörnte Gebirgsziegen. Sie wurden zur Schwendung vonViehweiden überwuchernden Gehölzen, aber auch zur Milchversorgung seit jeher mit Schafen und Rindern auf die Alm getrieben. Die typische Dreifärbung hatte praktische Gründe, da die dunkle Fellzeichnung den Hirten bei Schneefall oder im Gletscherbereich verlorengegangene Tiere leichter auffinden half. Wenn sich aber im Herbst zum Abtrieb die Almmatten braunrot verfärbten, bedeutete die weiße Scheckzeichnungebenfalls eine vortreffliche Sichtbarmachung der Tiere. Dass nur ein Teil der geborenen Kitze, die nicht zu hell, aber auch nicht zu dunkel ausfallen dürfen, um anerkannt zu werden, zur weiteren Zuchtverwendung tauglich sind, muss angehenden Tauernscheckenhaltern bewusst sein.

Steirische Scheckenziege

Eine ebenfalls sehr interessante scheckige Ziegenversion ist die Steirische Scheckenziege mit derzeit 286 Exemplaren, welche erst vor rund 25 Jahren „wiederentdeckt“ und ab dann planmäßig rückgezüchtet wurde. Erst als sich einige ernsthafte Züchter und die Zuchtleitung des rasseverantwortlichen „Steirischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes“ dieser noch nicht ganz konsolidierten Rasse als verantwortliche Züchtervereinigung annahm, gab es sichtbare Zuchtfortschritte. Die Farbvariationen und die Abzeichen werden bei der „Steirischen Scheckenziege“ lange nicht so eingeschränkt streng bewertet wie bei den Tauernschecken. So kommen verschiedenfarbig zwei- oder dreifach gescheckte Tiere mit oder ohne weißen Bauchgurt vor. Exterieurmäßig ist hier sicherlich züchterisch noch einiges zu verbessern, aber wie man im oststeirischen Greinbach bei Hartberg als Hauptbewertungsort dieser vor allem in der Ost- und Weststeiermark gezüchteten Rasse jedes Jahr besser sieht, gibt es enorme Zuchtfortschritte um die äußere Erscheinung noch weiter zu vereinheitlichen. Als eine der wenigen hochgefährdeten Ziegenrassen in Österreich wird sie mit oder ohne Hörner gezüchtet. Wer also als Selbstversorger eine alte Ziegenrasse erhalten, aber der Hornstichgefahr aus dem Weg gehen möchte, ist mit der hornlosen Variante der „Steirerschecken“ und ihrer teils beachtlichen Milchleistung sicherlich sehr gut beraten.

Pinzgauer Ziege

Die Pinzgauer Ziege ist eine genetisch gehörnte, züchterisch wenig behandelte Gebirgsziegenrasse,  welche nicht nur äußerlich den Schweizer und deutschen Schlägen mit kastanienbrauner Grundfarbe und schwarzen Abzeichen an Kopf, Bauch, Rücken und Beinen sehr ähnelt. Es kann bei ihr ein etwas scheues und sehr temperamentvolles bis kämpferisches Wesen beobachtet werden. Pinzgauer Ziegen aus ihrer Stammheimat Salzburg werden mit einem Gesamtbestand von unter 1.000 Herdebuchtieren als „hochgefährdet“ im ÖPUL Generhaltungsprogramm angesehen und zählen neben den Tauernschecken und nun auch den „Steirerschecken“ zu den nachweislich „urösterreichischsten“ Ziegenrassen.

Wer alte, heimische Ziegenrassen sozusagen als „lebendiges Inventar“ vor wunderschönen,  mühsam wiederaufgebauten Bauernhäusern bewundern will, dem sei ein Besuch im „Österreichischen Freilichtmuseum“ in Stübing bei Graz wärmstens empfohlen.

Toggenburger Ziegen

Auch Toggenburger Ziegen werden bei uns gehalten, allerdings war einer weiteren Bestandszunahme dieser Ostschweizer Rasse deren langhaarige Behosung im Bereich der Euterregion – aus Hygienegründen beim Melkvorgang – immer etwas hinderlich. Mit schokoladebrauner Grundfarbe, weißer Stiefelung und den auffälligen hellen Streifen vom Maul bis über die Augenregion ist sie wohl eine unserer hübschesten Milchziegenrassen, sieht man von der stellenweisen Langhaarigkeit ab. In Deutschland wurde sie von der ehemaligen  „Deutsch Toggenburger“ 1935 in „Thüringer Waldziege“ umbenannt und ihr praktischerweise die Kurzhaarigkeit angezüchtet. Dass sie in der Bundesrepublik leider zu den gefährdeten Rassen zählt, hat sich diese leistungsbereite Ziege mit der manchmal etwas blechern klingenden Stimme eigentlich nicht verdient, zumal sie – ebenfalls kurzhaarig – als „British Toggenburger“ in England und Nordamerika wahre Haltertriumphe feiert. Die durchschnittliche Milchleistung in Österreich beträgt ca. 545 kg mit 3,49 % Fett und 2,94 % Eiweiß und im schweizer Herkunftsland um die 700 kg.

Burenziege
Burenziegen (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Burenziegen (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Die südafrikanische Burenziege aus Namibia und den östlichen Kapprovinzen ist die wichtigste Vertreterin der Fleischziegenrassen im deutschsprachigen Raum. Da ihre Milchleistung eher gering ist und meist nur zur Aufzucht der Kitze reicht, wird diese asaisonale Ziege primär zur Kitzfleischproduktion und Landschaftspflege gehalten. Es sind stämmige weiße Tiere mit rotbraunem Kopf und Blesse, Hängeohren, starkem Fundament und besonders gutem Fleischansatz an Rücken, Brust, Keulen und Schultern. Beide Geschlechter waren bislang meist gehörnt, wobei bei den Böcken die Ausformung zu mächtigen „Hornschnecken“ beachtenswert ist, was allerdings bei zu engem Kopfhautanschluss zu wunden Stellen führen kann. Die Weibchen hingegen besitzen nur relativ kurze und nicht ganz so eng am Kopf anliegende Hörner. Die Tendenz geht aber auch hier aus Sicherheitsgründen immer mehr Richtung Hornlosigkeit, welche durch die seinerzeitige, deutsche Verdrängungskreuzung mit hornlosen Milchmutterziegen in dieser Rasse durchaus angelegt erscheint und teils wieder heraus selektiert werden muss. Das typische, langgezogene „Hochfrequenzmeckern“, das oftmals einem lauten Schafblöken nahekommt, ist allerdings teilweise etwas gewöhnungsbedürftig.  Dafür sind Burenziegen von ruhigem, fast kaltblutähnlichem Wesen, was im Gegensatz zu oft ziemlich temperamentvollen Gebirgs- und Milchziegenrassen haltungstechnisch überaus angenehm sein kann. Gewicht: 65–120 kg, Widerristhöhe: 60–95 cm. Böcke dieser Rasse werden mit Milchziegenmüttern oft zu Gebrauchskreuzungen von Milchmastkitzen verwendet. Vorbedingung sind allerdings nur beste Tiere beider Ausgangsrassen unddie Konsequenz, dass die daraus resultierende Nachzucht generell der Schlachtung zugeführt wird. Das Fleischbildungsvermögen des Vaters verbindet sich dann mit der höheren Milchleistung und Großrahmigkeit der Muttertiere zu besonders frohwüchsigen, gesunden und wirtschaftlichen Schlachtkitzen.

Westafrikanische Zwergziegen

Freche und „meckerfreudige“ Westafrikanische Zwergziegen gelangten schon im 17. Jahrhundert  als lebendiger Proviant der Seefahrer zu uns nach Europa und gehören heutzutage zur Grundeinrichtung jedes Streichelzoos. Speziell bei bäuerlichen Direktvermarktungsbetrieben erfreuen sich diese lustigen, dickbäuchigen Ziegenzwerge mit einer Widerristhöhe von 40–50 cm und einem Gewicht von 20– 30 kg immer größerer Beliebtheit. Aber auch Ziegenhalter mit wenig Grund und einem steilhangigen oder pflegebedürftigen Wiesengarten vor dem Haus sowie Hochstammobstbäumen schätzen diese clownhaften kleinen Tiere mit ihrem riesengroßen Selbstbewusstsein. Der wirtschaftliche Nutzen von überzähligen, relativ fleischbetonten und wüchsigen Zwergziegenkitzen besteht in der Bereitstellung von köstlichen Osterkitzbraten für Selbstversorgerfamilien. Grundsätzlich sind reinrassige Zwergziegen immer gehörnt, aber speziell bei ihrem Einsatz im Streichelzoo oder in der tiergestützten Pädagogik sollten die Tiere schon im Kitzalter fachgerecht enthornt werden, da Kinder oftmals nicht so rasch reagieren wie Erwachsene.

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Servitute und Dienstbarkeiten (Wegerecht)

Wegerechte (Dienstbarkeit) sind für Landwirte wichtig!

Wegerechte (Servitute und Dienstbarkeiten) dienen der Erreichung von Grundstücken, die mit dem öffentlichen Wegenetz oder untereinander nicht verbunden sind. Sie können entweder ohne Einschränkung bestehen oder für bestimmte Zwecke, auf bestimmte Fahrzeuge, bestimmte Breiten und Gewichte, aber auch bestimmte Jahreszeiten eingeschränkt sein.

Arten der Wegerechte

  • Recht des Fußsteiges (Gehrecht):
    Es beinhaltet die Berechtigung, auf einem Gehweg (Fußsteig) zu gehen, sich von Menschen tragen oder Besucher zu sich kommen zu lassen oder einen Kinderwagen zu schieben. Es beinhaltet aber nicht das Recht, mit einem Handwagen, Fahrrad oder Moped und dergleichen zu fahren, zu reiten oder sich durch Tiere tragen zu lassen.
  • Recht des Viehtriebes:
    Es beinhaltet das Recht, Vieh über ein fremdes Gründstück zu treiben und einen Schiebkarren zu gebrauchen; das Gehrecht ist im Recht des Viehtriebes eingeschlossen; nicht aber das Recht, schwere Lasten über das dienstbare Grundstück zu schleifen.
  • Fahrrecht:
    Es beinhaltet das Recht zu gehen, zu reiten, mit Fahrzeugen zu fahren und schwere Lasten (z.B. Holz) auf dem Weg zu schleifen; nicht jedoch Vieh zu treiben. Das Fahrrecht kann je nach dem Umfang der Erwerbung darin bestehen:
  • Mit Fahrzeugen aller Art, für alle Zwecke uneingeschränkt zu fahren (z. B. zu einem Wohnhaus). Dieser Umfang ist meist vertraglich vereinbart.
  • Mit den jeweils erforderlichen Fahrzeugen zum Zwecke der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung (mit Wirtschaftsfuhren) zu fahren. Dieser Umfang ist in der Regel ersessen, er kann aber auch vertraglich mit einer solchen eingeschränkten Zweckbestimmung vereinbart werden.
  • Mit Fahrzeugen bis zu einem bestimmten Höchstgewicht oder einer bestimmten Höchstbreite oder nur mit bestimmten Fahrzeugen zu fahren. Dieser Umfang ist meist vertraglich vereinbart
  • Mit den Fahrzeugen nur zu bestimmten Zeiten zu fahren; z.B. die Holzabfuhr über ein Grundstück nur im Winter bei gefrorenem Boden durchzuführen, die Benützung nur bei trockenen Bodenverhältnissen vorzunehmen oder nur zur Anbau- oder Erntezeit zu fahren. Dieser Umfang kann vertraglich vereinbart oder ersessen sein.

Wenn vertraglich eines der vorgenannten Wegbenützungsausmaße oder eine ähnliche Einschränkung in der Benützung vereinbart wurde, gilt der Inhalt dieser Vereinbarung. Ansonsten gilt bei ersessenen und ungemessenen Fahrrechten (das sind solche, deren Ausmaß nicht vertraglich bestimmt ist) das jeweilige Bedürfnis des herrschenden Gutes und kann dort, wo es die Wegverhältnisse zulassen, auch mit Traktoren, LKWs und PKWs zur rationellen und modernen land- und

Fahrrechte wurden mit Gespannen ersessen und gelte heute auch für Traktoren.

Fahrrechte wurden mit Gespannen ersessen und gelte heute auch für Traktoren. (Foto: E. Kopp  / pixelio.de)

forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung gefahren werden, auch dann, wenn früher während der Ersitzungszeit die Benützung für land- und forstwirtschaftliche Zwecke nur mit Pferdefuhrwerken oder sonstigen tierischen Gespannen vorgenommen wurde.
Die Grenze des Rechtes der Benützung mit Traktoren, LKWs und PKWs liegt aber in einer ausschlaggebenden Erschwerung des dienenden Gutes. Dort, wo eine Gefahr des Abrutschens des Weges oder eine Beschädigung eines Hauses und dergleichen zu befürchten ist, aber auch dort, wo der Untergrund des Weges eine Benützung z.B. mit LKWs in keinem Falle zulässt, darf nur mit solchen Fahrzeugen gefahren werden, die eine Gefährdung oder gar Beschädigung der Weganlage, angrenzender Bauwerke und dergleichen nicht verursachen. Ebenso kann das ersessene Recht, mit den jeweils für die rationelle land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung erforderlichen Fahrzeugen zu fahren, nicht oder nicht voll in Anspruch genommen werden, wenn die Benützung durch bestehende natürliche Begrenzungen, wie z.B. Torbögen, Hausdurchfahrten, Einzäunungen des Weges, Bäume entlang des Weges, Durchfahrten zwischen Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude, auf eine bestimmte vorhandene Breite eingeschränkt ist.
Die Benützung eines Weges mit einem Mähdrescher oder einem breiten Ladewagen kann somit in der Regel nur in der bestehenden Wegbreite oder, wenn kein gebahnter Weg besteht, nur dort vorgenommen werden, wo keine der vorgenannten Beschränkungen wie Bäume, Einfriedungen und dergleichen eine Benützung unmöglich machen.
(aus dem Stocker-Praxis-Buch RECHTSKUNDE FÜR DEN LANDWIRT von Dr. Nikolaus Posch)
Umschlag Rechtskunde_10. Auflage #4_CS6.inddDieses unentbehrliche, auf den neuesten Stand gebrachte Standardwerk behandelt in seiner nunmehr 10. Auflage sämtliche die Landwirtschaft betreffenden Rechtsbereiche:vom Wasser-, Forst-, Jagd- und Vertragsrecht über das Grundverkehrs-, Veterinär-, Gesellschafts- und Familienrecht bis hin zum Rechtsschutz. Mit seiner systematischen Gliederung und dem umfangreichen Stichwortverzeichnis wird es nicht nur dem Land- und Forstwirt, sondern auch einschlägigen Versicherungsrepräsentanten und Rechtsanwälten bei der Beantwortung rechtlicher Fragen unschätzbare Dienste erweisen.
Der Autor:
Dr. Nikolaus Posch, geb. 1949, war bis 2003  Referatsleiter der Rechtsabteilung der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark.

… zu bestellen bei der Bücherquelle

Klauengesundheit – Mortellaro immer öfter ein Problem

Mortellaro chronisch

Mortellaro ist nachhaltig nur mit regelmäßiger Klauenpflege in den Griff zu kriegen.

Mortellaro- oder Erdbeerkrankheit ist eine eitrige und schmerzhafte Entzündung der Oberhaut und gilt als sehr infektiöse Klauenerkrankung. Sie ist eine Faktorenerkankung und entsteht durch lokale Infektion der vorgeschädigten Haut.

Begünstigend wirken unhygienische Stallbedingungen, Feuchtigkeit, Aufstallungsform, hohe Besatzdichte, mangelhaft oder nicht durchgeführte Klauenpflege (Spreizklauen, niedere Trachtenhöhe), schlechte Liegeplatzgestaltung und Beschaffenheit der Böden. Ebenfalls kann die Gestaltung der Futterration eine wesentliche Komponente sein. Zusätzlich wird anaeroben Bakterien eine infektiöse Rolle zugeschrieben. Die restlose Klärung der konkreten „Verursacher“ ist noch ein Thema der Forschung.

Hoch infektiöse Klauenerkrankung?

In der Praxis stellen Klauenpfleger immer öfter fest: „ Interessant ist, dass bestimmte Tiere in ein und derselben Herde, auch bei ähnlichem Leistungsniveau,  immer wieder Probleme haben und andere gar nie. Es gibt zahlreiche Betriebe, die sich im Hochleistungssegment befinden und dort tritt Mortellaro nicht auf bzw. heilt meist ohne größere Probleme wieder ab.“
Da spielen Fütterungsthemen mit. Bei Erreichen einer bestimmten Leistung mit möglichst hohem Grundfutteranteil und mäßiger und wiederkäuergerechter Kraftfuttereinsatz, verringert sich das Mortellaro-Risiko erheblich.

Wie erkenne ich die Klauenerkrankung?

Die Tiere trippeln oft und zeigen aber dabei, speziell bei der chronischen Form, kaum Lahmheiten. Die typische zwei bis vier Zentimeter große Erdbeerform mit überlangen Haaren am Rand zeigt sich nur im Akutstadium und tritt meist an der Haut über dem Ballen auf. Zur Früherkennung ist zu empfehlen im Melkstand den Unterfuß zu reinigen. Eine schleimige Schicht und käseartiger Geruch sind Anzeichen dieser  Erkrankung. Die geringste Berührung ist hochgradig schmerzhaft.
Auf die chronische Form bzw. auf die Abheilungsphase weist ein weißer bis braungrauer Hautüberzug hin, der warzenartig aussehen kann und kaum bzw. überhaupt nicht mehr schmerzempfindlich ist.

 Was kann ich dagegen unternehmen?

Zu Überlegen ist, bei welchen Faktoren kann es am Betrieb Mängel geben? Bei welchen Kühen und welchem Lakationsstadium tritt die Erkrankung auf? Besonders hilfreich ist dabei die exakte Dokumentation der Klauenpflege.

Um den Unterfuß optimal zu “hinzustellen”, ist die Durchführung der funktionellen Klauenpflege der erste Schritt. Danach wird dieser gründlich gereinigt und nach der zwischen Landwirt und Tierarzt vereinbarten Therapie mit Sprays bzw. Pasten behandelt.
Neben den erforderlichen Sofortmaßnahmen darf für den nachhaltigen Erfolg auch nicht übersehen werden, an den Faktoren anzusetzen und besonders ins Grundfutter mehr Struktur zu bringen, was die Hornqualität positiv beeinflusst. Finanziell aufwendige Behandlung können so vermieden werden.

… Tipps und Anregungen zur Klauengesundheit und Klauenpflege gibt es im Stocker-Praxisbuch von Mag. Michael Hulek:
Banner_klauengesundheit 08 2014

Klauengesundheit & Klauenpflege auf www.landwirt.com

 

 

 

Bildband “Die Bauern” (Leopold Stocker Verlag)

Die untergehende Welt der kleinen Bauernhöfe  - Der Bildband “Die Bauern”

"Die Bauern" - schwindende Bauernwelt (Leopold Stocker Verlag)

“Die Bauern” – schwindende Bauernwelt

Der Fotograf Wolf-Dietmar Unterweger dokumentiert seit Jahrzehnten die untergehende Welt der kleinbäuerlichen Kultur in Baden-Württemberg und darüber hinaus. Jetzt hat er mit dem dreiteiligen Bildband “Die Bauern” ein Mammutwerk mit über tausend Aufnahmen vorgelegt: Bauern; die noch mit Pferden pflügen und Erntehelfer mit Strohhüten auf dem Kopf beim zünftigen Vesper sind darin ebenso zu entdecken wie glückliche Hühner, Ziegen und Schafe, Streuobstwiesen, üppig blühende Bauerngärten und alte, vom Einsturz bedrohte Anwesen.

… zu bestellen bei der Bücherquelle

Brunst beim Rind – erkennen und beobachten

Brunst – Duldung des Aufsprunges (aus “Spezielle Nutztierhaltung” (Leopold Stocker Verlag)

Die Brunst beobachten und erkennen hat eine vorrangige Bedeutung im Fruchtbarkeitsmanagement.Dazu ein Auszug aus dem Stocker- Schulbuch
Spezielle Nutztierhaltung
von Raith, Raganitsch, Bauer, Haselberger und Priller.

Diese umfassende Werk – auch für den Praktiker – kann über die Bücherquelle bestellt werden.

Brunstanzeichen

Brunstschleim – ein sicheres Anzeichen der Brunst – aus “Spezielle Nutztierhaltung (Leopold Stocker Verlag)

Die Brünstigkeit äußert sich in einer Reihe von Zeichen und Verhaltensänderungen. Es gibt Symptome, die zuverlässig auf eine Brunst hinweisen, und solche, die lediglich anzeigen, dass sich das Tier anders verhält als die Herdengenossinnen. Um eindeutige Brunstzeichen ausmachen zu können, ist eine genaue Beobachtung notwendig. Anhand möglichst vieler Einzelsymptome lässt sich eine sichere Brunst feststellen.

Zuverlässige Brunstanzeichen sind

  • Aufspringen auf Herdengenossinnen
  • Duldung des Aufsprunges
  • Intensive Kontaktaufnahme zu den anderen Herdentieren (Anschmiegen, Ablecken, Kopfauflegen)
  • Schwellung der Scham
  • Rötung des Scheidenvorhofes und stärkere Feuchtigkeit der Scheidenschleimhaut
  • Abgang von klarem, Faden ziehendem Brunstschleim
  • Mit Schleim verklebte Sitzbeinhöcker und Schwanzunterseite
  • Abgescheuerter Schwanzansatz

Weniger zuverlässige Anzeichen

  • Erhöhte Unruhe (Hin- und hertreten, Angriffslust)
  • Brüllen oder Brummen
  • Unruhiger, suchender Blick
  • Spontanes Einbiegen der Lende
  • Verringerung der Futteraufnahme
  • Kurzfristiger Milchrückgang

Brunstkontrollen

Richtige und häufig durchgeführte Brunstkontrollen bedeuten „bares Geld“!

In vielen Betrieben werden die Tiere in der Regel nur zweimal täglich, meist gleichzeitig mit Fütterungs- und Melkarbeiten, beobachtet. Ein solches Brunstmanagement wird zu keinen hohen Brunsterkennungs- und Fruchtbarkeitsraten führen, was wie folgt begründet werden kann:

 

  • Die Tiere sind während der Brünstigkeit nicht dauernd aktiv, die Brunstaktivität ist nicht über den Taggleichmäßig verteilt. Fällt eine längere Ruhephase in die Beobachtungszeit, wird das Tier als stillbrünstigbezeichnet. Es ist bekannt, dass brünstige Tiere im Wesentlichen nachts aktiv sind.
  • Tiere mit deutlicher, aber verkürzter Brunst werden bei zweimaliger Beobachtung nicht erfasst und als stillbrünstig oder brunstlos bezeichnet.
  • Der richtige Besamungszeitpunkt lässt sich bei zweimaliger Beobachtung schwer feststellen, da meist der Beginn der Hauptbrunst nicht erfasst werden kann

VIER KONTROLLEN PRO TAG SIND DAS MINIMUN!
Erst bei viermaliger Kontrolle werden knapp 90% der brünstigen Tiere als deutlich in Brunst erkannt. Die Brunstkontrolle dient auch zur Erfassung jener Tiere, die ihrem Zyklus entsprechend Brunstanzeichen zeigen sollten, dies aber nicht tun. Deshalb muss eine mindestens viermalige Brunstkontrolle von jeweils 20 Minuten für jeden Landwirt zur Routine werden!
Die erste Brunstkontrolle frühmorgens und die letzte spätabends garantieren eine hohe Brunsterkennungsrate.
In der Praxis haben sich auch der späte Vormittag (ca. 10.00 –11.00 Uhr) und der frühe Nachmittag (ca. 13.30–14.30 Uhr) als ideale Beobachtungszeiten bestätigt.
Die besten Zeiten für Kontrollgänge sind allgemeine Ruhezeiten, in denen sich brünstige Tiere durch ihre stärkere Aktivität deutlicher bemerkbar machen.

Maßnahmen und Hilfsmittel zur Brunsterkennung

Brunst: Kontrolle mit Palm

  •  Gezielte und häufige Brunstkontrollen
  • Konsequente Führung eines Brunstkalenders.
    Der Brunstkalender ist dem Brunstzyklus (3-Wochen-Rhythmus) entsprechend aufgebaut. Anmerkungen über die Deutlichkeit der Brunst und die Dauer der Brunstphasen sollen eingetragen werden. Diese geben wichtige Hinweise für die Wahl des richtigen Besamungszeitpunktes. Besonders wichtig ist auch, dass der Zeitpunkt des Blutschleimens eingetragen wird.
  • Anwendung des „Rückengriffes“
  • Täglicher Auslauf von ein bis zwei Stunden bei Anbindehaltung
  • Eine computerunterstützte Herdenüberwachung und Verwendung eines Schrittzählers
  • Milch-Progesteron-Test (MPT) Der MPT kann zur Zykluskontrolle und Trächtigkeitskontrolle herangezogen werden, wenn an den Tagen 0, 7, 14 und 19 eine Milchprobe genommen und untersucht wird.
  • In Zweifelsfällen tierärztliche gynäkologischeUntersuchungen (Eierstöcke, Gebärmutter und Scheide).

Dauer der Brunst und Besamungszeitpunkt
Eine falsche Deutung der Brunstsymptome führt meist zu Fehleinschätzung des richtigen Besamungszeitpunktes und somit häufig zu Besamungen außerhalb der „echten“ Brunst.
Das zeitlich richtige Zusammentreffen von Eizelle und Spermien ist die Voraussetzung für eine Befruchtung, die im Eileiter stattfindet. Im Normalfall sind dazu folgende, individuell stark schwankende, Bedingungen vorgegeben:

  • Brunstdauer bei normaler Brunst 16 bis 24 Stunden,
  • bei jüngeren Tieren häufig kürzer
  • Eisprung (Follikelsprung) 24 bis 36 Stunden nach Brunstbeginn oder 8 bis 12 Stunden nach Ende der äußeren Brunstanzeichen
  • Befruchtungsfähigkeit der Eizelle 6 bis 12 Stunden
  • Die volle Befruchtungsfähigkeit der Spermien (Reifung der Spermien) wird in der Gebärmutter bzw. im Eileiter nach 6 Stunden erreicht, danach bleiben die Spermien 20 bis 24 Stunden befruchtungsfähig.
  • ie Wanderung der Spermien von der Gebärmutter in den Eileiter dauert wenige Minuten

Aus diesen Tatsachen ergibt sich, dass bei Besamungen gegen Ende der Hauptbrunst die besten Aussichten auf eine Trächtigkeit bestehen. Die Hauptbrunstphase ist gekennzeichnet durch die stehende Brunst. Sie beginnt zu dem Zeitpunkt, an welchem sich das Tier zum ersten Mal bespringen lässt und dabei stehenbleibt.Für die Festlegung des optimalen Besamungszeitpunktes ist es wichtig, den Beginn der Hauptbrunst
genau zu erkennen. (Häufig durchgeführte Brunstkontrolle!)
Der günstigste Besamungstermin liegt im letzten Drittel der Brunst, ca. 10 bis 24 Stunden nach Bestimmung der ersten deutlichen Brunstsymptome.
Ein aussagekräftiges Kriterium zur Bestimmung des Besamungszeitpunktes ist der Brunstschleim. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass die Brunstdauer individuell sehr unterschiedlich ist. Daher sollte die Dauer der Brunst auch im Brunstkalender vermerkt werden. Kühe mit kürzerer Brunstdauer müssen selbstverständlich früher besamt werden.
Morgen-Nachmittag-Regel“
In der Praxis gilt diese Regel bei Tieren mit normal langer Brunst:
Kühe, die bei der morgendlichen Brunstkontrolle deutliche Brunstsymptome zeigen, werden am Nachmittag des gleichen Tages besamt. Treten die Brunstanzeichen erst im Laufe des Tages auf, wird die Besamung am folgenden Morgen druchgeführt.

Das Blutschleimen (Abbluten) ist ein normaler Vorgang und zeigt an, dass zwei bis drei Tage vorher eine normale Brunst mit erfolgtem Follikelsprung gewesen ist.

Paarung

Künstliche Besamung

  • Ca. 85% des weiblichen Rinderbestandes werden künstlich besamt.
    Vorteile der Künstlichen Besamung:
  • Es stehen Stiere mit einem positiven Zuchtwert zur Verfügung.
  • Die Auswahl des Samenspenders kann aus einem größeren Angebot getroffen werden.
  • Die Besamung erfolgt im Besitzerstall, sodass der Tiertransport entfällt.

 

Natursprung

Brunst Rind: Der Natursprung erhöht bei Problemtieren die Trächtigkeitsrate.

Für die zusätzliche Haltung von Stieren für den Natursprung sprechen folgende Gründe:

  • Ein gewisser Mindestabsatz an Zuchtstieren ist nötig, um den Züchtern Anreiz zu bieten, die züchterisch wertvollen Stierkälber aus den gezielten Anpaarungen aufzuziehen. Eine weitere Einschränkung der Stieraufzucht würde die notwendige vielseitige Blutführung gefährden.
  • Weiters ist es vernünftiger, die Wartezeit der Teststiere bis zum Bekanntwerden ihres Zuchtwertes im Natursprung zu verbringen. Wartestationen verursachen hohe Kosten.
  • In manchen Fällen bietet der Natursprung Vorteile für die Fruchtbarkeit bei Problemkühen.

Spezielle Nutztierhaltung (Leopold Stocker Verlag)

Spezielle Nutztierhaltung – auch direkt bei der Bücherquelle zu bestellen!

 

 

 

 

 

 

 

Grundlagen der Nutzttierhaltung (Leopold Stocker Verlag)

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Energie-Rebell: “Das Öl geht zur Neige –fast alle schauen weg!”

(aus dem Buch “Wolfgang Löser – Der Energie-Rebell“ ; herausgegeben von Klaus Faißner)

Der energieautarke Bauernhof – Wolfgang Löser zeigt wie es geht. (aus Wolfgang Löser – der Energie-Rebell (Hg. Klaus Faißner)

Mehr als 50 Jahre andauerndes Wirtschaftswachstum liegt hinter uns. Wir haben einen Lebensstandard erreicht, der in der Geschichte der Menschheit einzigartig ist. Diesen Wohlstand haben wir billiger fossiler Energie zu verdanken. Erdöl, Erdgas und Kohle waren der „Schmierstoff“ der Weltwirtschaft. Doch dieser geht zur Neige, wird immer knapper und teurer.

 

Fördermaximum für konventionelles, leicht gewinnbares Rohöl bereits erreicht

Viel Energie aus Erdöl wird für die Feldarbeit benötigt (aus Wolfgang Löser – der Energie-Rebell (Hg. Klaus Faißner)

Wenn die Nachfrage höher als das Angebot einer Ware ist, wird diese teurer. Deshalb spüren wir seit einigen Jahren in allen Bereichen eine enorme Preissteigerung. Das System eiert kräftig und läuft nicht mehr so rund, wie wir es über Jahrzehnte gewohnt waren und als selbstverständlich hinnahmen. Dabei stehen wir erst am Anfang der Auswirkungen!
Nur um die gegenwärtige Ölförderung aufrechtzuerhalten, müsste die Ölwirtschaft Funde in der vierfachen Größe der Vorkommen Saudi-Arabiens machen. Um weiterwachsen zu können wie bisher, bräuchte es sechs Mal „Saudi-Arabien“! Stattdessen geht die Förderung der weltweit 500 größten Ölfelder um 9 % pro Jahr zurück.

Öl knapp – nur zuwenig Benzin oder Diesel?

Viele denken, wenn das Öl knapp wird, bekommt man zu wenig Benzin oder Diesel.
Das ist leider nur ein kleiner Teil der Misere. Erdöl hat eine fundamentale Bedeutung für unseren gesamten Lebens,- Wirtschafts- und Wohlstandsbereich.
Besonders die Land- und Forstwirtschaft ist arg betroffen davon. Wie ein Süchtiger ist sie vor allem vom Erdöl abhängig. Für die Erzeugung einer kcal Nahrungsmittel werden 10 kcal Energie benutzt. Wir essen fossile Energie, denn Erdöl steckt in Pestiziden, im Kunstdünger und wird von Landmaschinen verbraucht. In den USA wurden schon 1995 etwa 1.500 Liter pro Person pro Jahr nur für Nahrung verwendet.

Energiekrise = Finanzkrise = Nahrungsmittelkrise = Sozialkrise = Systemkrise

Gewinnung von alternativer Energie ist für viele Regionen sehr effizient. (Wolfgang Löser – Der Energie-Rebell; Hg. Klaus Faißner)

Eine verstärkte Nachfrage nach Nahrungsmitteln weltweit bewirkt eine verstärkte weltweite Nachfrage nach intensiverer Landwirtschaft mit vermehrter Nachfrage nach Kunstdünger. Diese verteuern und verknappen sich massiv, was eine weitere Preissteigerung nach sich zieht.
Schlimmer noch: Düngemittel sind nicht mehr in dem Umfang verfügbar, wie diese benötigt werden. Die Getreidevorräte der EU sind ebenso wie die weltweiten Nahrungsmittelvorräte zum Teil auf Tiefststände geschrumpft. Missernten und Wetterextreme drückten die Ernteerträge, der höhere Fleischkonsum als Ausdruck aufstrebender Industriestaaten wie Indien oder China führte ebenfalls zu einem erhöhten Getreidebedarf.
Um knapper werdende fossile Vorräte zu ersetzen, werden oft Biotreibstoffe als mögliche Lösung gesehen. Doch diese dienen dazu, die Monopolstellung der Energiekonzerne und ihre riesigen Gewinne weiter aufrechtzuerhalten. Die Folgen sind noch teurere Nahrungsmittelpreise und noch mehr hungernde Menschen. Trotz allem kann das System auch damit nicht aufrechterhalten werden.
Wir müssen endlich die Zusammenhänge verstehen:
Ohne Energiewende gibt es kein Entkommen aus der Krise! Wir brauchen auf allen Ebenen eine Systemänderung:  hin zu dezentralen und regionalen, weg von globalen Strukturen.

Rasche Energiewende – ein Muss

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