Jagd Wild und Wald Ein Jäger blickt zurück

Kein lebender Jagdschriftsteller hat mit so vielen Büchern Leser in seinen Bann gezogen wie der CIC-Preisträger Philipp Graf Meran. Auch in seinem 18. Buch schöpft Meran Neues aus dem unerschöpflichen Thema der Jagd: In meisterhaften Schilderungen über Jagd, Wild und Waldm, verbunden mit fast schon ins Philosophische gehenden Betrachtungen über den Menschen und seine Umwelt, berichtet der Autor von seinen Erlebnissen mit Wild und Wald. Er verbindet diese mit zeitgeschichtlichen Betrachtungen und Skizzen seiner ungarischen Heimat. Ein Jäger blickt zurück…. Kurz reingelesen in Wild und Wald – Ewiges Glück
Streiflichter von der Rehbrunft in Horn, anno 2010 Im Wildbret starker Bock

Wild und Wald, Erlebnisse von Graf Meran

…. Schon waren hier 34 Minuten vergangen, als ich zufällig nach links auf die Feldkante sah. Und ich traute meinen Augen nicht. Von dort kam ein im Wildbret starker Bock, um vor uns auf etwa 90 Schritte gegen den Wald zu wechseln. Wie immer richtete ich mich schon rechtzeitig, ohne das Kommando vom Pirschführer – diesmal Oberförster Hafenscher – abzuwarten. Das war gut, denn der alte starke Bock wurde immer schneller. Als das Kommando zum Schießen kam, blattete ich kurz, der Bock verhoffte breit und fiel auf den guten Blattschuss im Feuer. Es war ein kurzer, stark geperlter und dicker ungerader Sechser, etwas abnorm, mit sehr starken Rosen. Wir waren fast 40 Minuten hier gesessen, und plötzlich kam der Bock – anscheinend – nachzuschauen. Dieser Bock scheint, Hafenscher nach, derselbe Bock gewesen zu sein, den wir am Anfang in den Mais wechseln sahen. Ich hatte mit diesem Erlebnis eine große Freude…. Erstmals Sauen in Horn …. Auf der Heimfahrt haben wir ein Erlebnis, das man nicht alle Tage hat. Auf einem Stoppelfeld vor einem Sonnenblumenfeld sieht der Oberförster plötzlich auf seiner Seite etwas Schwarzes. Es sind Sauen. Drei Bachen und etwa 15 Frischlinge. Es ist so finster, dass ich im Fernrohr nur die dunklen großen Bachen zu sehen bekomme. Hafenscher mit seinen jüngeren …

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Jagd – ein Spiegel der Gesellschaft?

Jagd und Jäger geraten immer mehr ins Schussfeld einer kritischen Öffentlichkeit, die ihre Berechtigung prinzipiell in Frage stellt. Tatsächlich gibt es kritikwürdige Aspekte, etwa den herrschenden Trophäenkult und die Ausübung der Jagd als Statussymbol. Doch sind Jäger wirklich nur „Bambi-Mörder“? Welche Gründe gibt es für die Jagd? Und ist es denkbar, dass in unseren Breiten in Zukunft auf die Jagd gänzlich verzichtet wird?

Aus dem Stocker-Buch „Aufbrechen – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft“. Ein Werk für Jäger und Jagdkritiker, für Tierschützer und Naturnutzer, welches das Für und Wider der Jagd abzuwägen versucht:

Vom kleinen Kalb und vom toten Reh

Ob Wildtier oder Nutztier – der Konsument sieht nur das „Schnitzel auf dem Teller“ ohne Bezug zur Kreatur (Foto aus AFBRECHEN – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft; erschienen im Leopold-Stocker-Verlag)

Der Tod passt uns nicht in den Kram! Wir möchten auf ihn nicht angesprochen werden. Seine „Unsichtbarkeit“ charakterisiert unseren Zugang zu ihm.
Doch er findet Wege, durch einen im Verborgenen liegenden Geheimgang, eine Hintertür, in das Leben der Menschen – in unser eigenes Leben – zurückzukehren. Dem Fortschritts- und Machbarkeitswahn der Naturwissenschaften erlegen, sehen wir ihn vielleicht zum ersten Mal, wenn er uns als Horrorszenario eines Krepierens und Dahinsiechens auf Intensiv- und Pflegestationen, in esinfektionsmittelgeschwängerter Luft, entgegenblickt.

Wie sieht es jedoch mit dem Tod von Tieren aus?
– inklusive jenen geknechteten Kreaturen,  welche industriell, unter der Prämisse ausschließlicher Gewinnmaximierung erzeugt werden!

Reagieren wir hier in gleicher Weise?Und auf der Jagd?

Blendet der Jäger den Tod des Tieres aus? Was sagt die Öffentlichkeit dazu, wenn er  einen Hirsch erschießt, um etwas Schönes für sein Foyer zu ergattern?

An dieser Stelle erscheint es angebracht, auf den Begriff des „Schlachthausparadox“ hinzuweisen. Dazu eine kurze Erklärung:
Der Begriff des „Schlachthausparadox“ beschreibt, dass wir ein auf einer satten, grünen Wiese weidendes Kalbchen mit starken, sehr positiven Gefühlen wahrnehmen. Vielleicht verweilen wir dort auf unserer Wanderung ein wenig, um das niedliche Tier zu beobachten?  Vielleicht zeigen wir es auch unseren Kindern, die es mit einem Büschel Gras liebevoll füttern? – Vielleicht?
Nach unserer wunderschönen Wanderung zieht es uns ins nahegelegene Wirtshaus und bereits beim Eintritt in die Gaststube werden wir durch anregende Dufte vom Arbeitsplatz des Küchenmeisters überwältigt. Ein unaufschiebbares Gefühl der Gaumenfreude bestärkt uns dabei, nach der Speisekarte zu fragen. Akribisch blättern wir von vorne nach hinten, auch nochmals zurück und fallen eine Entscheidung: Heute gibt es Schnitzel. – vom Kalb!

Vielleicht das Kalb von nebenan, nunmehr in Form eines anonymisierten Stückes Fleisch. Ein Stück Fleisch samt fein garnierter Zutaten, welches wiederum ein Hochgefühl in uns entstehen lässt. – Ein Gefühl, welches in keiner Weise mit Mitleid oder mit einer Kritik am Tod des wenige Monate jungen Tieres in Verbindung gesetzt wird.

Doch was liegt dazwischen?
Was liegt zwischen der satten Weide im Alpenidyll und dem saftigen Kalbsschnitzel im Gasthof?
Dazwischen liegt das Schlachthaus, welches wir auszublenden pflegen. Auf diese Weise träumen wir auch weiterhin von einer Welt, in der es dem Tod schier unmöglich erscheint, auch in Bezug auf andere Lebewesen – unabhängig davon, wie sie zeit ihres Lebens behandelt wurden – eine „Falltür“ in unser Leben zu finden.
Es ist jedoch nicht nur der Fleischer allein – auch, in unserem Fall relevant, der Jäger; selbst der Förster gilt als jener, der Schaden verursacht und einen schlechten – zumindest verbesserungswürdigen – Ruf zu verteidigen hat.

Und die Jagd un der Jäger?

Und der Jäger? – Wie sehen die befragten Jugendlichen die Sache mit der Jagd?
Im „Jugendreport Natur 1997“ werden Jäger von 40% der Befragten als Tiermörder betrachtet. 58 Prozent sehen die Jagd als für den Wald schädlich an.
In der Studie aus dem Jahr 2010 geht hervor, dass es 67% ablehnen, Rehe und Wildscheine zu bejagen. Nur 16 % sehen dies als eher nützlich.
Es heißt weiter: „Die Nutzungsperspektive wird aus der Freizeit- und vielleicht auch Öko-Perspektive der Jugendlichen nicht nur ausgeblendet, sondern mehrheitlich diskriminiert. Das Bild der Natur bleibt auf diese Weise heil, auch wenn seine Bestandteile nicht mehr inhaltlich zusammenpassen.“
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Tod kein geeigneter Begleiter im Leben  „zivilisierter Zeitgenossen“ darstellt, weder der Tod von Menschen, noch der Tod von Tieren.

Konsequenz für den Menschen
In der Sozialwissenschaft bezeichnet man das Verfrachten alter Menschen in Pflegeanstalten und Altersheime als den „sozialen Tod“, einen bereits endgültigen Zustand, der den Betroffenen bereits vom „eigentlichen Leben“ abgeschnürt hat, ein Zustand, der nur noch auf das Endgültige, das Unausweichliche warten – vielleicht auch hoffen – lässt.

Doch zurück zum Thema…

Es ist darauf hinzuweisen, dass die angeführten Uberlegungen betreffend des Schlachthausparadoxons unter einer Perspektive der „Nützlichkeit“ dargestellt wurden. Der „Nützlichkeit“, die mit der Tötung des Kalbes einhergeht, um die Versorgung dieser Gaststätte mit Fleisch zu rechtfertigen. Wir sprachen von der Fällung eines Baumes, welcher einer weiteren Verarbeitung unterzogen werden soll, um ihn in einen Dachstuhl, eine Diele, einen Schrank oder auch Tisch zu verwandeln.

Jagd und Nützlichkeit
Die Frage, die sich damit verbindet, ist die Überlegung, ob die Jagd von heute diese Nützlichkeit überhaupt anbieten kann, sie noch anbieten möchte!? – Vielen Jägern geht es zumindest ist um das Geweih.  Ist dieses Ansinnen nützlich? Ein Mann, der mit diesem Motiv in der Gruppe der Jäger nicht eine klägliche Ausnahme ist, sondern in seinem Begehren nach der Trophäe der Mehrzahl aller Jäger entspricht.

Ja, dieses Geweih kann nützlich – wirtschaftlich nützlich – sein, wenn die Jäger ein Jagdgatter respektive eine umfriedete Eigenjagd betreiben, ein Jagdgebiet verpachten, oder auch Einzelabschusse von Trophäenträgern – ursachliche Gepflogenheiten der heutigen Jagd – zu verkaufen im Begriff sind.
Vielleicht gelingt es ihnen auch, das eine oder andere Stück Wildbret an den Mann und an die Frau zu bringen, was nicht unüblich ist.
Der wirtschaftliche Ertrag und der Fokus jagdwirtschaftlicher Betrachtungen bezieht sich jedoch in der heutigen Zeit fast ausschließlich auf die Jagdtrophäe, welche man zum Teil anhand von Formeln und Tabellen vermisst, um sie danach verrechnen zu können! –
Der „Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC)“ ist im Besitz eines solchen Zahlenwerkes.

Jagd der Trophäe willen?

Jagd nur der Trophäe wegen ist ethisch kaum zu vertreten. (Foto aus AUFBRECHEN – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft; erschienen im Leopold-Stocker-Verlag)

Johannes Dieberger meint im Buch „Jagd und Gesellschaft – Der internationale Sankt Hubertusorden“:
„Abwegig wird die Jagd dann, wenn sie nur um der Trophäen willen betrieben wird und wenn Geweihe, Gehörne und Bärte gemessen und bewertet werden. Wozu dienen seitenlange Beschreibungen der weltbesten Spitzengeweihe, wie wir sie oft in der Jagdpresse finden können?
Die Jagd könnte heute, wenn sie nur aus sportlichen Interessen durchgeführt wird, kaum mehr Verständnis finden. Das Töten von freilebenden Wildtieren, lediglich aus Vergnügen, wäre mit den derzeitigen mitteleuropäischen ethischen Vorstellungen nicht mehr vereinbar.“
(Andrieu, G., Der Internationale Sankt Hubertusorden, 2008)

Jagd – die Trophäenqualitat muss fortschrittlich bleiben??
Viele Jäger dürfen  sich auch darüber freuen, die Natur im Sonnenaufgang gespürt zu haben und geschickt genug gewesen zu sein, den Hirsch zu erlegen. Er kann stolz darauf sein, dass er – wenn ihn schon die Leidenschaft der Jagd und kein anderes Hobby neben seinem „Brotberuf“ gepackt hat – das Tier, auch ohne kontinuierliches Schießtraining, mit einem einzigen Schuss tödlich getroffen hat. Er darf auch aufatmend lächeln, keinen „roten Punkt“ erhalten zu haben, obwohl dies unanständig war! – In Gesprächen mit Jägern gewinnt man jedoch den Eindruck, dass dieser Sachverhalt das eine oder andere Mal – vielleicht sogar noch öfter –, auch in Form „falscher Kiefervorlagen“, Gang und Gäbe sein dürfte, was den Wert von Pflichttrophäenschauen im Allgemeinen und die „einem heiligen Ritual“ gleichende Arbeit von Bewertungskommissionen in das Lächerliche und das Absurde führt!

Lieben Jäger jedoch wirklich, was sie töten?
Lieben sie einen Hirsch – welcher erlegt wird – gleich den beschriebenen Möpsen, die
zu einer Geburtstagsfeier geladen sind? Oder verspüren Jäger in Bezug auf das Erlegen
dieselbe Gleichgültigkeit wie viele Menschen der Mehrheitsgesellschaft, wenn es um das
Betreiben von „Tierfabriken“ geht?
Unserem Jäger ist  zumindest der Tod des Hirsches sehr nahe gegangen. – Es geht ihm bis zum heutigen Tage sehr nahe, wenn er ein Wildtier erlegt, darum findet er auch das jagdliche Ritual des „letzten Bissens“ – welches als Entschuldigungsritual, aber auch als eine Verniedlichung und Entschärfung des Todes betrachtet werden kann – besonders würdevoll.
Unser Jäger liebt Tiere, die er auf der Jagd verfolgt, jedoch nicht! Nein, er respektiert sie, will ordentlich jagdlich handwerken, keine Fehler machen, sich aus der Natur etwas aneignen.
Er will der Natur jedoch auch etwas zurückgeben und hat vor, sie durch seine jagdliche
Tätigkeit nicht zu überfordern!
Eine gute Einstellung, würde man meinen, die sich von Abschusspakete buchenden Jagdtouristen und jenen „Superjägern“ unterscheidet, welche fünf Mal pro Jahr in einem Jagdrevier auftauchen, um im Eilverfahren nur das Eine zu wollen: Einen möglichst kapitalen Trophäenträger zur Strecke zu bringen, respektive „den Finger krumm zu machen“, um ein prestigeträchtiges Wildtier zu töten!
Menschen, welche vorgaukeln, an der Natur so besonderes Interesse zu haben und zum Teil in schäbigen Jagdclubs ihre jagdlichen Glanzleistungen präsentieren. Leider allzu weit verbreitete jagdliche Auswüchse, an dem die echte, die wirklich „edle Jagd“ von verantwortungsbewussten, bodenständigen Menschen irgendwann mitkrepieren konnte! – Es darf von der Öffentlichkeit nicht erwartet werden, dass sie im Zweifelsfall in ihrer Beurteilung zwischen guten Jägern und trophäengeilen Naturfremdlingen einen allzu großen Unterschied machen wird!

Aufbrechen – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft von Gert Andrieu und Helmuth Wölfel, erschienen im Leopold-Stocker-Verlag.

 

 

Aufbrechen … Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft zu bedstellen bei der Bücherquelle!

 

 

Gerd Meyden – Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 12)

Dieses Mal geht es um Ausbildung im weitesten Sinn. Fragt sich nur wer hier mehr zu lernen hat – Hund oder Jäger? Jockel weiß genau was ihm schmeckt, aber leider nicht was ihm nicht gut tut.

Jockel – ein „süßer“ Dackel

Dackel Jockel kann's auch weihnachtlich

Dackel Jockel kann’s auch weihnachtlich!

Traditionell feiern wir den 1. Advent im Kreis unserer Freunde. Da alle längst wissen, dass Keksbacken nicht die große Leidenschaft meiner Frau ist, bringt halt jeder ein mehr oder weniger großes Sortiment an Selbstgebackenem mit. Das versorgt uns jedes Jahr überreichlich weit über die Adventszeit hinaus mit „Hüftgold“.Die Gäste meinten es auch heuer gut mit uns. Weihnachtlich geschmückte Teller voll mit herrlichen Keksen, teilweise in Klarsichtfolie gehüllt, wurden herbei getragen.
Unser Jockel zeigte großes Interesse an den köstlich duftenden Gaben. Da es jedoch für unsere Hunde nie etwas außer der Reihe gibt – Süßigkeiten sowieso nicht – wollten nur wir erst am nächsten Tag davon probieren. Da ich jedoch an diesem Tag zu einer Drückjagd eingeladen war, stellte ich mir schon einmal einen besonders reich bestückten Teller als Wegzehrung parat.
Als die Gäste zu später Stunde dann gegangen waren, richtete ich meine Jagdutensilien vorsorglich her, denn es sollte früh am Morgen los gehen. Um den bunten Teller nicht zu vergessen, stellte ich ihn dazu, dummerweise auf den Boden.

Jockel – Gelegenheit macht Diebe

Ein letzter Blick vor dem Schlafengehen, ob auch alles beisammen sei, ließ mich erstarren: Der Jockel hatte sich bereits heimlich darüber her gemacht. Geschickt hatte er die oben zugebundene Folie geöffnet und war gerade mit dem letzten Keks  fertig geworden. Nur ein kleiner Zugang in den Falten der Folie hatte ihm mit seinem spitzen Fang zum Raubzug genügt. Zufrieden schleckte er seine schwarze Schnauze. Doch wie sah er aus? Rund,  aufgeblasen wie eine Kugel war sein Bauch, denn der Teller war üppig voll bepackt. Ich hatte extra eine der großen Portionen gewählt, denn ich wollte meine Jagdfreunde auch an den Herrlichkeiten teilhaben lassen. Schimpfen oder strafen konnte ich den Hund nun nicht mehr, denn es war ja bereits geschehen und er hätte jetzt nicht gewusst, wofür er bestraft wird.
Die Nacht hatte es dann in sich. Jede Stunde weckte er mich, denn das mit reichlich Butter Gebackene rumorte in seinem Gedärm und wollte nicht bei ihm bleiben. Zum Glück haben wir einen sehr großen Garten. Ich musste mich also nicht zum Gassigehen anziehen. Doch wenn die Nacht sechs bis sieben Mal unterbrochen wird, dann kommt der Schlaf zu kurz.
Anderntags während der Jagd schlief der Schlawiner selig zusammengerollt zu meinen Füßen. Völlig übermüdet wie ich war, verpasste ich meine Chancen, denn da wo ich saß, musste es fix gehen.
So hat der Keks-Dieb zum Überleben einiger Sauen beigetragen.

Einen Tag darauf beim Fotografieren für eine Weihnachtskarte aber bot er neben seiner Kusine Fini das Bild des reinsten Unschuldsengerls.

Jagdbücher von Gerd Meyden – zu bestellen bei der Bücherquelle

Jagdbücher von Gerd Meyden:

Layout 1

Gerd Meyden – Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 11)

Haus der Familie Meyden.

Dackel Jockel beim Liegen (im Wald und in der Nacht)

Dackel Jockel – vom Liegen im Wald und im Bett
Fast bei jedem Waldgang muss Dackel Jockel das Ablegen üben. Dabei entferne ich mich nach dem Kommando „Ablegen“ so weit, dass der Hund mich weder sehen noch riechen kann. Er darf erst dann aufstehen, wenn ich ihn wieder abhole. Auch auf Ruf oder Pfiff muss er liegenbleiben. Das hat den Zweck, dass er auch bei einem vermeintlichen Ruf nicht seinen Platz verlässt und den Jäger bei einem eventuellen Anpirschen stört.   Dackel Jockel abgelegt So lag er wieder einmal abgelegt im Wald, während meine Frau und ich Schwammerl suchten. Schon bevor ich ihn ablegte, windete er aufgeregt in Richtung einer Fichtenschonung. Dabei dachte ich mir nichts, denn wir haben hier überall Wild, vor allem Sauen. Als ich den Hund nach einer Weile abholen wollte, war sein Platz leer, der Hund war fort. Was war geschehen? Als ich ihn nun rief, hörte ich ihn aus der Fichtenschonung Laut geben. Ich kroch hinein. Da saß der Jockel bei einem längst verendeten Frischling und bewachte ihn. Dessen Todesursache war eine aufgeschlitzte Bauchdecke. So etwas kann passieren, wenn ein grantiger Keiler mit seinen messerscharfen Hauern den vorwitzigen Kleinen beiseite wirft. Ein kleines Drama der Wildbahn. Wenn man den Sauen zuschaut, wie sie miteinander umgehen, dann versteht man sehr gut, was „Saugrob“ bedeutet. Den braven Hund durfte ich natürlich wegen des Platz-Verlassens nicht schimpfen. Das wäre einerseits zu spät gewesen und er hätte es auch nicht verstanden. So ist dieser Sonderfall absolut verzeihlich. Dackel Jockels Bett-Geschichte Jockel hat von seiner Vorgängerin Raika einen schönen Weidenkorb mit weicher Filz- und Schaffellunterlage geerbt. Doch seinen Schlaf neben meinem Bett unterbricht er mehrmals um unruhig auf der Unterlage herumzukratzen. Dabei knarzt der Korb und das weckt mich ebenfalls. Was passt ihm da nicht? Die Raika war doch darin absolut zufrieden. Also hole ich vom Dachboden das weiche Hunde-Reisebett (auch ein Erbstück) mit kuscheligem Schaumstoff-Innenleben. Das liebt er nun von der ersten Minute an. Er saust jetzt, wenn’s Schlafenszeit ist, freiwillig in sein geliebtes Nest. Vorher war es immer ein rechtes Theater, den Burschen zur Nachtruhe zu bringen. Was lernen wir daraus: Nicht nur wir Menschen, auch Hunde schätzen ein besonders weiches Lager.

Jagdbücher von Gerd Meyden:

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Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 10)

Dackel Jockel: „Erdbeeren schmecken  ausgezeichnet!“

Dackel Jockel geniest Erdbeeren ganz besonders

Dackel Jockel geniest Erdbeeren ganz besonders.

Entlang unseres Gartenzauns wachsen seit heuer Walderdbeeren. Wir freuten uns schon auf die süßen Früchte, die bereits gut angesetzt hatten. Mitte Juni waren die ersten schön rot und reif.
Als wir die schon einmal probieren wollten – wo waren sie denn? Sollten die Schnecken alle abgefressen haben? Da sahen wir eines Morgens den Jockel bei der Ernte. Sorgfältig zupfte er eine nach der anderen ab, quasi mit spitzen Zähnen, damit er ja kein Laub mit in den Schnabel bekommt. Nun geht er jeden Tag kontrollieren, ob schon wieder welche reif geworden sind. Das war’s dann wohl für heuer. Im nächsten Jahr werden sie sich gewiss sosehr vermehrt haben, dass für uns auch noch was übrig bleibt. Was wir heuer in Mengen haben, sind die ungenießbaren „Schein-Erdbeeren“. Sie schauen genauso aus, haben ein ähnliches Laub, doch ist immer nur eine einzige Beere an der Pflanze, die nach nichts schmeckt. Jockel hat das längst probiert und erkannt und schaut sie gar nicht mehr an.

Dackel Jockel und die wehrhafte Erdkröte

Das ganz andere Geschmacks-Extrem erlebte der kleine Dackel – inzwischen ist er voll ausgewachsen und ein prächtiger Rüde geworden – nach einem Abendansitz. Als die einbrechende Nacht das Büchsenlicht erlöschen ließ, stiegen Herr und Hund von der Ansitz-Kanzel. Es war, wie immer, für den Hund sehr aufregend. Die vielen Witterungen von Wild in der Umgebung wehten seiner feinen Nase ständig wunderbare Botschaften zu. Ständig holte er sich Wind und an seiner Reaktion konnte ich erkennen, ob es Sauen oder anderes Wild war.

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Hundeführer Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 9)

Jockels großer Tag

Dackel Jockel nach dem ersten echten Jagderlebnis

Nach gezieltem Training war es dann soweit: Dackel Jockel dabei beim Schuss. Er hat seine Sache gut gemacht. 

Wir hatten am Nachmittag eine 8 Stunden alte Fährte, die ich mit dem Fährtenschuh getreten hatte, gearbeitet. Mit nur 1/8 l Schweiß auf 500 m. Das war für den Jockel kein Problem, er hat die Fährte wie am Schnürl gearbeitet. Dafür gab’s dann am „Stück“ einen großen Brocken Fleisch.
Am Abend jedoch ging’s auf den Ansitz. Mein Freund empfahl uns einen Drückjagdsitz. Das sind relativ niedrige Hochstände, die rundum keine Verkleidung haben. Man sitzt also recht frei in der Landschaft. „Na Servus“, dachte ich mir, „da dürfen wir keinen Rührer tun und wenn der Jockel Wild sieht, was wird dann? Wird er losjodeln?

Dackel Jockels erstes echtes Jagderlebnis

Doch das alles muss ja mal geübt werden. Der Sitz stand an einer sehr trostlosen Fichtenkultur mit nacktem Nadelboden. Links von uns ein Buchenjungwald, der sehr verwachsen war. Dazwischen eine schmale, grasbewachsene Rückegasse voller Astwerk. Wa soll da wohl kommen? Ich machte mir keine Hoffnungen und sah das Ganze als Trockenübung. Jockel lag auf seiner Decke und schaute neugierig in die reizlose Gegend. Nach einer haben Stunde beschloss er zu schlafen. Ab und zu hob er dann den Kopf, holte Wind, fand, dass nix los sei und schlief wieder ein. Nach eineinhalb Stunden schaute er starr in die Buchenjugend und knurrte leis. Auf mein „psst!“ blieb er brav stumm. Da sah ich im Gitterwerk der Stämme einen grauen Wildkörper dahinschleichen. Das Fernglas zeigt mir einen schwachen Reh-Jahrling. Doch an ein Schießen war in dem dichten Gezweig nicht zu denken. Endlich stand er sekundenkurz auf einer Lücke und der Schuss brach. Der Rehbock machte noch ein paar Fluchten und ich sah ihn zusammenbrechen. Jockel hatte alles mitangesehen, blieb aber ruhig liegen. Jetzt musste ich 20 Min. warten, damit sich der Hund beruhigte und nicht den Schuss mit dem Wild in Zusammenhang brachte. Das hätte ihn schusshitzig machen können und mit der Ruhe wär’s in Zukunft dahin gewesen.

Dackel Jockel darf nicht schusshitzig werden..

Danach packte ich mein Zeug zusammen und wir stiegen ab. Jockel hatte sich aber genau gemerkt, wo das Wild verschwunden war. Die kurze Schweißfährte zu arbeiten war auf die Kürze der Strecke und auch der Zeit, Unsinn gewesen. Dann am Bock packte der Bursche den Bock sofort bei der Drossel (Kehle). Er beutelte wie wild den längst Verendeten. Den Kehlgriff hat er von seiner Cousine Fini schon spielerisch gelernt. Jetzt wollte er partout nicht auslassen. Ich konnte den Hund nicht lösen. „Schön“, dachte ich, „dann schleppe ich den Bock halt mit „Anhang“ mit.“ Den Bock schlaufte ich mit dem Haupt an meinen Bergestrick, und los ging der Weg zum Auto. Doch das ging nicht weit, denn zuviel Fallholz lag im Weg, da konnte ich die Zwei nicht drüberziehen. Endlich ließ sich der Dackel ablösen, wollte aber gleich wieder drangehen. Was tun? Also nahm ich den Hund unter den linken Arm und mit dem rechten zog ich den Rehbock. Wenn jemand dieses Bild gesehen hätte, der hätte sich halbtot gelacht. Leider war kein Karrikaturist in der Nähe. Doch wie hätte ich die Beiden da herausbringen sollen. Am Weg draußen legte ich den Bock ab. Den Jockel setzte ich dazu. Da saß er dann ganz ruhig, er hatte eingesehen, dass unsere Beute nun tot war und er sie bewachen müsse. In aller Ruhe konnte ich zum Auto gehen und die Kamera holen.
So ist nun Jockels großer Tag, sein erstes echtes Jagderlebnis dokumentiert…

Jagdbücher von Gerd Meyden:

Was uns Jägern wirklich bleibt …
Jägerwege
All das ist Jagd

 

 

Hundeführer Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 8)

Dackel Jockel bei der Schweißarbeit

Der Ernst im Leben des Nachsuchenspezialisten Dackel Jockel rückt immer näher. Jetzt ist Schluss mit leichten Schleppen, jetzt wird näher am natürlichen Geschehen gearbeitet.

Dackel Jockel und der Fährtenschuh im Einsatz

Wenn ein Wild verletzt ist, sei es durch Schuss, Verkehrsunfall, oder ähnliche Umstände, dann hinterlässt es auf der Flucht mit seinen Schalen (Hufen) eine Bodenverwundung. Dazu kann natürlich noch Schweiß (Blut) kommen, muss es aber nicht in jedem Fall.
Zu diesem Zweck haben erfahrene Rüdemänner den Fährtenschuh entwickelt. Das sind spezielle Sohlen die man sich unter die Schuhe schnallt. Darunter, oder auch bei moderneren Modellen an der Ferse werden die Schalen des zu diesem Schweiß gehörenden Wildes geschnallt. Die bringen bei jedem Schritt des Fährtenlegers im Boden einen gewissen, kleinen Eindruck – die Bodenverwundung.

Dackel Jockel verfolgt die Spur,die mit dem Fährtenschuh gelegt wurde.

Damit muss der Hund, wenn er die letzten Weihen der Einarbeitung hinter sich gebracht hat, zum Stück finden. Und das nach mindestens 24 Stunden, in denen in der Nacht noch anderes Wild drüber gezogen war. Auch das darf ihn nicht verleiten. Wie viel Mühe und Arbeit dahintersteckt, sagt der alte Spruch: „Schweißarbeit ist Fleißarbeit.“
Dem Dackel mache ich den Anfang leicht, damit er Erfolg hat und nicht zu schnell die Lust zur Arbeit verliert. Es kommt am Anfang der Fährte, am „Anschuss“ ein wenig Schweiß auf den Boden. Auch spritze ich im weiteren Verlauf immer ein wenig Schweiß auf die Schalen.

Dackel Jockel hat doch immer Recht

So, nun ging’s am letzten Montag los. Nach 6 Stunden Stehzeit legte ich ihm das Nachsuchengeschirr an, worauf er schon aufgeregt losziehen wollte. Dann wird er am Anschuss abgelegt, während ich den Anschuss untersuche. Das soll ihn zur Konzentration beruhigen. Dann ging’s mit „Such verwundt!“ los. Zielstrebig zog der kleine Bursche los, blieb brav auf seiner Fährte. Nach etwa 50 m der erste Haken, es geht in den Wald. Brav nimmt er den Haken. Über Fallholz, Brombeergerank, er lässt sich nicht draus bringen. Dann nach weiteren 300 m will er rechts ab zum Waldrand. Doch ich bin mir sicher, er ist von der Fährte abgekommen. Ich trage ihn ab und setze ihn wieder beim letzten Schweiß erneut an. Wieder will er nach rechts. Ich bin mir sicher, das abgelegte Stück Rotwildlauf muss weiter vorn liegen. Ich trage ich nochmals ab und gehe mit dem Hund auf dem Arm zu dem vermeintlichen Punkt, wo es liegen sollte. Da liegt nichts. Sollte der Fuchs es gestohlen haben? Ich hatte es doch angehängt. Wieder zurück. Endlich lasse ich den Hund allein arbeiten – und – er findet das Stück. Die Belohnung und das Lob waren übergroß.
Der alte Spruch ist wahr geworden: „Der Depp hängt immer am Ende vom Strick!“ Der Hund hat eigentlich immer recht. Das nächste Mal mache ich mehr deutlich sichtbare Markierungen. Jockel hat seine erste Probe mit Bravour bestanden. Ich nicht!

… mal sehen wie es weiter zur Sache geht 

Jagdbücher von Gerd Meyden:

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Hundeführer Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 7)

Beim „Ablegen“ darf Dackel Jockel seinen Platz nicht verlassen bis er abgeholt wird.

 

Die Jagdsaison rückt näher, bei der mir Dackel Jockel zur Seite sein wird.
Dafür muss er noch Manieren lernen. „Bei Fuß“-Gehen kann er schon recht brav. Doch muss er sich auch mal ablegen lassen.

Dackel Jockel und Ablegen

Dackel Jockel trainiert das Ablegen auch auf dem Hochsitz.

Dabei darf er nicht seinen Platz verlassen und er muss warten, bis er abgeholt wird. Auch darf man ihn von dort nicht abrufen um nachzukommen, denn da könnte es Missverständnisse geben. Der Hund folgt nach, wenn er es nicht sollte und stört dann den pirschenden Jäger.
Die Wartezeit erhöhe ich von Mal zu Mal. Da Jockel auch mit auf die Ansitzkanzel soll, üben wir das Warten in luftiger Höhe. Dort ist er dann für oft mehr als zwei Stunden mit mir zusammen. Er bekommt ein kleines Polster am Boden, damit er weiß, hier muss er bleiben. Auch diese Wartezeit üben wir mit stets längerer Dauer. Dass er da mal zum Fenster hinausschaut, kann man nur fürs Foto machen. Ansonsten muss er brav am Boden liegen.

Dackel Jockel – schussfest 

Ein Schuss macht ihm nichts aus, das haben wir auf dem Schießstand schon gesehen. Da erschrickt er nicht einmal. Ich bin gespannt, wie er reagieren wird, wenn er durch die Einstiegsluke Wild sieht. Da darf er keinen Mucks machen. Aber auch da wird es sicher Überraschungen geben.
Wer weiß, was dem tatenfrohen Hund dazu einfällt. Aber das hat bislang jeder Hund bei mir gelernt – jedoch jeder Hund ist anders. Vor allem sind Dackel die größten Individualisten. Allein unsere beiden, die ja miteinander verwandt sind, können unterschiedlicher kaum sein. Bei meinen Schweißhunden war das nie der Fall. Aber so ist es gut, Jockel lässt Erziehung nich zur Routine werden. Sie ist täglich eine neue Herausforderung.

Dackel Jockels neueste Streiche

Dackel Jockel ist durchaus „ballsporttauglich“!

Von seinen neuesten Streichen weiß ich nur zu berichten, dass er den Plüsch-Hasen unserer Enkel gemeuchelt hat. Unbemerkt hat er ihn aus dem alten Bauernschrank herausgezogen, als ich dort etwas suchte. Zwischen meinen Füßen angeschlichen, zugeschnappt, und bis ich es bemerkt hatte, war der arme Hase bereits ohne Ohren, Arme und Beine.
Jetzt muss ich unbemerkt von den Kindern einen genauso ausschauenden Hasen besorgen. Das wird ein Problem, denn sonst heißt es gleich: „Der böse Jockel!“

Das kleinere Problem war der Ball, den er ebenfalls aus dem Schrank geklaut hat. Erst hat er mit ihm ganz reizend gespielt, sodass wir ihm den Ball gelassen hatten, denn der war von dicker Haut und so groß, dass er keine Möglichkeit bot, irgendwo hineinzubeißen. Nicht so beim Jockel. Er fand dennoch eine Chance, einen Zahn hineinzubohren und – die Luft war heraußen. Doch für einen Ball finde ich eher einen Ersatz als für den armen Hasen. Mal schau’n, wie die Enkel, wenn sie zu Ostern kommen, den Fall sehen.

… mal sehen wie es weiter geht 🙂

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Hundeführer Gerd Meyden – jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 6)

Je näher die neue Jagdsaison kommt, desto mehr müssen wir uns um die Fährten- und Schweißarbeit kümmern. Jockel bekommt im Moment noch Schweiß-Schleppen, doch bald werden wir mit dem Fährtenschuh arbeiten. Dabei wird der ausgebrachte Schweiß immer weniger werden, bis am Ende nur noch die Fährte über Bodenverwundung gearbeitet werden wird.

Dackel Jockel – nervenstark bei der Arbeit

Gerd Meyden und Dackel Jockel – ein Team mit Nervenstärke

Doch, wie gesagt, noch arbeiten wir mit Schleppen. Da zeigte kürzlich der kleine Kerl, was für gute Nerven er hat. Ich hatte am Morgen eine Fährte gelegt, die wir nun nach gut 4 Stunden arbeiten wollten. Zum „Anschuss“ gelegt, arbeitete der Jockel zügig und konzentriert voran.

Jogger in Aktion – zwei Meter neben der Fährte

Doch dann, oh Schreck, sah ich, dass im Verlauf der Fährtenbahn – an einem Hochstand sollte es vorbei gehen – ein Mensch zugange war. Direkt, vielleicht 2 m neben der Fährte machte ein Jogger an der Hochstandleiter gymnastische Übungen. Mit wilden Kampfschreien à la Kung Fu und Arme-Schwenken sprang dieser Turner umher.

Und da sollten wir nun vorbei und nicht die Konzentration verlieren. Ich dachte schon ans Abbrechen der Arbeit. Dackel Jockel würde gewiss drausgebracht werden und eine schlechte Erfahrung mitnehmen.
Aber da der kleine Hund sich vorerst nicht ablenken ließ, machten wir weiter. Beim Passieren des wild mit den Armen rudernden Kerls, dachte ich, dass er sich jetzt den Menschen näher anschauen werde. Jockel ist ja ein großer Menschenfreund, der noch nie eine schlechte Erfahrung gemacht hat.
Doch nein, den Jogger ignorierte er vollkommen und suchte eifrig weiter. Das war eine Glanzleistung.

Ich hatte früher einmal bei einer Hundeprüfung mit einer Deutsch-Kurzhaar-Hündin eine ähnliche Situation erlebt. Da musste die Hündin, allerdings frei suchend, eine Kaninchenschleppe arbeiten. Nur hatte sich in der Zwischenzeit eine Familie genau auf der Schleppenspur einen Picknickplatz ausgesucht. Als nun der Hund erschien, warfen sie mit Flaschen nach dem braven Tier und brachten es total draus. Die Hündin brach die Suche ab und fiel auch prompt durch.

Zum Glück warf unser Jogger den Jockel nicht mit Gegenständen. Es wäre ihm auch nicht gut bekommen. Auf diese Nervenleistung des 9 Monate alten Hundes war ich natürlich sehr stolz.

Jagdbücher von Gerd Meyden:

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All das ist Jagd

 

Jagdliche Hundeausbildung von Dackel Jockel (Teil 5) – Hundeführer Gerd Meyden

Jockels Karriere als Sänger bei Kunstveranstaltungen mangels Nachfrage keine Zukunft verspricht, hat er sich nun aufs Gestalterische verlegt. Was uns Menschen schön erscheint, findet nicht immer seinen Beifall.Sicher dürfen wir uns nicht einbilden, dass unsere Meinung alleinseligmachend ist.

Dackel Jockel – der Deckenverschönerer

Dackel Jockels Werk – ein Entwurf für die Modebranche

So ist er, seit er aus dem heimischen Welpenzwinger mit frischer Strohunterlage in unser Haus umgesiedelt ist, mit neuen Ideen am Werk. Alle seine Decken, seien sie in seinen diversen Körberln (wir haben davon reichlich viele im Haus verteilt, denn die Hunde wollen immer ganz bei uns sein), oder auf dem Liegeplatz in der sonnigen Veranda, werden mit einem schicken Lochmuster-Design verschönt. Die abgebildete Decke war einer der ersten Versuche. Inzwischen hat er es zu einer wahren Meisterschaft gebracht.

Interessanterweise verschont er die Decke in seinem Schlaf-Körberl. Da wurden nur die Kanten des Weidenkorbs geglättet. Die sogenannten a-jour-Muster in der Bekleidung haben nun, wie ich diese Woche in der Zeitung gesehen habe, einen prominenten Nachahmer gefunden. Niemand anders als der Designer Karl Lagerfeld war kürzlich in der Süddeutschen Zeitung mit seinem Model abgebildet. Die junge Dame trug einen Overall, der über und über mit Löchern übersät war. Als wäre da der kleine Dackel am Werk gewesen. Hat  Karl Lagerfeld beim Jockel seine Idee geholt?? Jockel hat auf jeden Fall seine Rechtsabteilung eingeschaltet. Von wegen Diebstahl geistigen Eigentums. Mal hören, was Lagerfeld als Entschuldigung vorbringt.

Dackel Jockel – ein Möbeldesigner 

Dackel Jockel bei der Möbelgestaltung

Ferner hat Jockel ein Fußbankerl, das wir so weich gepolstert recht schön fanden, total umgestaltet. (s.Foto!) Die neue Gestalt mutet ein wenig nüchtern an, vielleicht soll das der berühmt schlichte Bauhaus-Stil sein. Doch soll man kommende Genies nie in ihrer Kreativität bremsen, man weiß ja nie, was aus ihnen mal wird.

Auf jeden Fall ist Jockel in seiner Freizeit gut ausgelastet. Denn im Dienst, der täglich stattfindet, wird es zunehmend stressiger. Mit Ablegen im einsamen Wald und immer schwereren Schweißfährten. Doch davon mehr beim Nächstenmal….

Bücher von Gerd Meyden:

Was uns Jägern wirklich bleibt …
Jägerwege
All das ist Jagd