Kaninchen halten – Stall oder Freigehege

Die Haltung von Kaninchen kann sowohl in Ställen als auch zeitweilig in großflächigen Freilandgehegen erfolgen. Die Freilandhaltung bietet den Vorteil, dass sich die Tiere ausgiebig an der frischen Luft bewegen können und dadurch ihre Widerstandskräfte erhöht werden und der Appetit gesteigert wird.

Gehege im Freiland

Kaninchen können im Freiland und im Stall gut gehalten werden (Bild auch „Kaninchen, Ziege, Huhn & Co von Axel Gutjahr (Leopold Stocker Verlag)

Bei der Konstruktion des mindestens 1,8 m hohen Geheges, welches vorzugsweise aus feinem Maschendraht bestehen sollte, ist zu beachten, dass Kaninchen gern im Boden wühlen.
Um ein Untergraben des Maschendrahtzauns und die damit verbundene Flucht zu verhindern, muss das Drahtgeflecht mindestens 50 cm tief in den Boden eingelassen werden. Des Weiteren hat es sich bewährt über das Gehege ein Netz zu spannen, das die Kaninchen vor Greifvogelattacken schützt.
Im Gehege darf ein mit Einstreu versehener Unterstand nicht fehlen, der den Tieren bei Regen und bei zu starker Sonneneinstrahlung Schutz bietet. Am besten ist es, wenn sich dieser Unterstand auf einem kleinen Potest befindet, wodurch das sich ebenerdig verteilende Regenwasser nicht die Einstreu durchnässen kann.

Kaninchen – Stallhaltung

Die klassische Haltung der Kaninchen erfolgt jedoch in Ställen, welche auch als Buchten oder Boxen bezeichnet werden.
Am beliebtesten sind dabei Modelle mit einem Holzboden. Im Unterschied dazu verströmen Buchten mit Stein- oder Betonböden reichlich „Fußkälte“, welche die Kaninchen überhaupt nicht mögen. Damit der Urin gut abfließen kann, muss die Bodenplatte zur hinteren Buchtenwand hin ganz schwach abfallen. Letztere ist mit einer kleinen Öffnung auszustatten, in der sich ein dünnes Abflussrohr befindet, welches in einen Auffangbehälter mündet.


Die Vorderseite der Bucht besteht aus einer rahmenartigen Tür mit Maschendrahtgeflecht. Für eine artgerechte Kaninchenhaltung sollten die einzelnen Buchten mindestens folgende Maße aufweisen (abhängig von Rassen bzw. Gewichte der Kaninchen):

  • Große Rassen bzw. Tiere mit mehr als 5,5 kg
    110 x 80 x 70 cm (B x T x H)
  • Mittelgroße Rassen bzw. Tiere mit 3,75–5,5 kg
    85 x 80 x 60 cm (B x T x H)
  • Kleine Rassen bzw. Tiere mit weniger als 3,75 kg
    70 x 75 x 60 cm (B x T x H

Dabei kommt es den artspezifischen Bedürfnissen der Kaninchen sehr entgegen, wenn mindestens immer zwei erwachsene Häsinnen, zwei kastrierte Rammler, eine Häsin mit einem kastrierten Rammler oder mehrere gleichgeschlechtliche Jungtiere gemeinsam gehalten werden.
Sobald in den Gruppen der halbwüchsigen Rammler erste Streitigkeiten auftreten, muss man diese Tiere entweder trennen oder kastrieren lassen.
Die Rammler sind genau wie Häsinnen, die Junge führen bzw. kurz vor der Geburt stehen, einzeln zu halten.

Mehr dazu im Stocker-Praxisbuch Kaninchen, Ziege, Huhn & Co von Axel Gutjahr

 

 

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