Stevia – Süßstoff vom Balkon oder Garten

Stevia – Süßstoff vom Garten oder Balkon und das noch kalorierenfrei! (aus Stocker-Praxisbuch „Gewürze aus dem eignen Garten“ v. M. Neuhold)

Stevia – Süßstoff direkt vom Balkon oder Garten
Stevia ist eine der jüngsten Pflanzen in unseren Kräutergärten, eine echte Neuigkeit hat und als Topfpflanze auch auf Terrassen und Balkonen Einzug gehalten. In Ihrer Heimat,  den subtropischen Gebieten Südamerikas, vor allem in Paraguay, seit alters her als „Süßigkeit aus der Natur“ genutzt.

Tipps – Stevia zu Hause anbauen

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Erfolgreiche Rinderhaltung – Bestandsbetreuung

Erfolgreiche Rinderhaltung durch Bestandsbetreuung

Die Tiergesundheit ist ein zentraler Punkt im komplexen Thema Rinderhaltung. Eine periodische durchgeführte tierärztliche Betreuung der Herde verhindert, dass Probleme, deren Lösungen meist sehr kostenintensiv ausfallen, erst gar nicht auftreten.
„Erkrankungen werden schon in der subklinischen Phase erkannt und es kann rasch reagiert werden. Das ist schonender für das Tier und, nicht zu vergessen, für die Brieftasche des Landwirts“ nennt Dr. Walter Peinhopf die wesentlichen Gründe für seine Arbeit in der Bestandsbetreuung.

Die Bestandsbetreuung in Rinderbetrieben ist für jede Betriebsgröße konzipiert. Ein Tag mit Tierarzt Dr. Walter Peinhopf zeigt, was dabei alles zu erledigen ist. 

Praktische Arbeit im Vordergrund

Bestandsbetreuung

Dr. Walter Peinhopf – Pionier der Bestandsbetreuung

Dr. Walter Peinhopf ist einer der österreichischen Pioniere in der Bestandsbetreuung und betreut Betriebe alle Typen von Betrieben, von Milchviehbetriebe mit bis zu 80 Kühen, Mutterkuhhalter und auch zahlreiche Betriebe, die im Nebenerwerb bewirtschaftet werden.
„Ich setze mein Modell der routinemäßigen Bestandsbetreuung schon seit Jahren sehr erfolgreich quer durch die unterschiedlichen Betriebsfacetten ein. Durch regelmäßige Fortbildungen im In- und Ausland halte ich mein Knowhow stets aktuell. Die Erkenntnisse daraus fließen in die Tagesarbeit ein. Ganz wesentlich ist, dass ich Lösungsansätze, die ich auf Betrieben sehe, auch an die Landwirte weitergebe.“

Regelmäßige Bestandsbetreuung

Die Rückenfettdicke gibt Aufschluss über den Ernährungszustand des Tieres.

Wenn zwischenzeitlich keine akuten Krankheitsfälle auftreten, besucht Walter Peinhopf die Betriebe  in periodischen Abständen. Heute steht Nebenerwerbslandwirt Gerhard Leitner auf dem Besuchsplan. Sowohl Tierarzt als auch der Landwirt bereiten sich auf diesen Besuch vor. Gerhard Leitner: „Schon vor der Visite erstelle ich die Liste der Tiere, die zu untersuchen bzw. zu behandeln sind, notiere mir meine Fragen und fixiere die Rinder am Fressgitter.“
„Heute glänzen sie aber wieder!“: Dr. Peinhopf betritt den Stall und macht sich gleich ein Gesamtbild vom Zustand der Herde und misst mittels Ultraschall die Rückenfettdicke bei allen Kühen, um deren Ernährungszustand zu überprüfen. „Es ist mir besonders wichtig, dies bei allen Tieren durchzuführen, um neben dem jeweiligen Einzeltier auch einen guten Überblick über die gesamte Herde zu erhalten.“ Ausführlich wird bei jeder Kuh das aktuelle Ergebnis erläutert, Abweichungen und Tendenzen aus den vorherigen Messungen besprochen.

Rückenfettdicke und Ultraschalluntersuchung

Das Vorliegen einer Trächtigkeit am Ultraschallbild

„Diese Untersuchung braucht nur wenige Minuten, aber sie liefert wichtige und aufschlussreiche Informationen bezüglich Kondition und Ernährungszustand des Tieres. So nebenbei „checke“ ich dabei auch die Pansenfüllung, Konsistenz des Kotes und die Klauengesundheit.“: erläutert Dr. Peinhopf.
Weiter geht es mit der rektalen Ultraschalluntersuchung der Kühe und Kalbinnen. „Die Tiere untersuche ich auf Trächtigkeit. Außerdem überprüfe ich die Eierstöcke auf ihre Aktivität und auf Abweichungen, z.B. Eierstockzysten. Rinder, die erst kürzlich gekalbt haben, überprüfe ich, ob sie „sauber“ sind, d.h. ich kontrolliere, ob Nachgeburtsreste oder Eiter in der Gebärmutter sind. “ Eine vorliegende Trächtigkeit kann ab dem 26. Tag nach der Belegung festgestellt werden. Der Fortbestand der Trächtigkeit wird ab dem 60. Tag kontrolliert, um unbemerkte Frühaborte auszuschließen. Dabei wird das Geschlecht des Embryos bestimmt und das Vorliegen von Mehrlingen erkannt.

Stimmt der Stoffwechsel?

Der Stoffwechsel wird mittels Bluttest – Keton-Wert (BHB) – überprüft.

Um den Stoffwechsel zu überprüfen, wird mittels Bluttest der Keton-Wert (BHB) bei Kühen bis drei Wochen nach der Abkalbung bestimmt. Aber auch Tiere, bei denen die Rückenfettdicke im Vergleich zur letzten Messung um 5 mm oder mehr abgenommen hat, werden auf Acetonomie überprüft. Die Untersuchungen beschränken sich allerdings nicht nur auf den Kuhbestand. Auf dem Weg zu den Kälbern wird das Jungvieh auf Fütterung, Kondition und Besamungsreife kontrolliert und mit Betriebsleiter Gerhard Leitner diskutiert. Dr. Peinhopf: „Die Kälber schaue ich mir in erster Linie auf Durchfall- und Nabelerkrankungen an. Bei den weiblichen Tieren überprüfe ich die Euterreinheit.  Die Kälber werden bei Bedarf enthornt bzw. dafür vorbereitet, dazu gehören Betäubung und lokale Schmerzausschaltung.“

Im Anschluss daran erfolgen die Therapien, die je nach Befund erforderlich sind. Am Futtertisch nimmt Walter Peinhopf eine Futterprobe in die Hand und riecht daran, um die Futterqualität zu prüfen.

Nachbesprechung

„Ein zentraler Bestandteil der routinemäßigen Bestandsbetreuung ist die „Diskussion am Küchentisch“. Gemeinsam vergleichen wir den aktuellen Ist-Stand mit vorangegangenen Befunden. So können die „Entwicklungsschritte“ des Einzeltieres und der Herde analysiert werden. Ein wichtiges Instrument dafür ist die gemeinsame Interpretation der Daten, die dem Landwirt ohnedies zur Verfügung stehen, z.B. LKV-Daten oder Daten zum Gesundheitsmonitoring. Sehr aussagekräftig ist die Analyse des LKV-Jahresberichtes.
Ganz besonders möchte ich darauf hinweisen, dass Einzelkontrollen aufgrund des geringen Datenvolumens bei den üblichen Herdengrößen (bis ca. 60 Kühe) statistisch kaum Rückschlüsse auf die konkrete Herdenrealität zulassen. Der LKV-Jahresbericht ist da aber schon sehr aussagekräftig, z.B. über die Daten zu den Inhaltsstoffe bei bestimmtem Leistungsniveau der Herde.“

Buchtipp:
Die gesunde Herde – erfolgreiche Rinderhaltung durch Bestandsbetreuung

Peinhopf, Die gesunde Herde

Stocker-Praxis: Die gedsunde Herde – Bestandsbetreuung

Die moderne Milchviehhaltung ist geprägt von größeren Betrieben, höheren Tierzahlen, modernen Haltungsformen und ständiger Weiterentwicklung, wie das Ende der Kontingentierung zeigt  – diese neuen Rahmenbedingungen erfordern von den Landwirten, zugleich Herdenmanager zu sein.
Ob Fruchtbarkeitsprobleme, hohe Zellzahlen in der Milch oder Stoffwechselstörungen, reine Symptombehandlung ist nicht der Weisheit letzter Schluss. Vom ganzheitlichen Standpunkt aus betrachtet sind es viele Rädchen, an denen man drehen muss, um die Gesundheit der Tiere zu erhalten und gleichzeitig oder gerade dadurch wirtschaftliche Milchproduktion zu ermöglichen.
Der Autor Walter Peinhopf, selbst Tierarzt, geht in seinem Buch auf unterschiedliche Themenbereiche, wie Tierwohl, Tierschutz, Herdsmanship, Fütterung, Klauen- und Eutergesundheit, Stallklima, Haltung etc., ein und erklärt die Zusammenhänge. Es geht schließlich darum, die „Krankheit hinter der Krankheit“ zu erkennen und die Behandlung kranker Tiere durch Vorbeugung und Beratung abzulösen. Ein wichtiger Aspekt ist deshalb die Zusammenarbeit des Landwirts mit dem Tierarzt, dem Klauenpfleger, dem Fütterungsberater oder dem Stallplaner. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis zeigen, wie es gehen kann.
Mit diesem Buch hat jeder Landwirt das Rüstzeug, um strukturiert und mit Systematik und Regelmäßigkeit an die neuen Herausforderungen heranzugehen.

… zu bestellen bei der Bücherquelle!

 

Christbaum – der richtige Schnittzeitpunkt

SSL10590Im Volksglauben ist tief verwurzelt, dass Christbäume nach den Mondphasen zu scheiden sind. Das wären der dritte Tag nach dem 11. Vollmond des Jahres bzw. auch drei Tage vor dem 12. Vollmond. Ing. Gottfried Fließer, Christbaumproduzent und Stocker-Autor, hat schon vor 20 Jahren begonnen die Richtigkeit dieser Aussagen zu überprüfen. Gottfried Fließer berichtet:

Wir beginnen Mitte November die ersten Bäume zu fällen, um die geforderten Liefertermine der Wiederverkäufer einhalten zu können. Unser Ziel ist es jedoch die Bäume erst dann zu schneiden, wenn wir sie benötigen.Wir haben die Möglichkeit, und diese sollten wir uns nicht entgehen lassen, frische, nach Harz duftende Bäume auf den Markt zu bringen. Der Baum kann nämlich nur so lange duften, solange die Duftstoffe (die ätherischen Öle) sich nicht verflüchtigt haben.

Schnittzeitpunkt nach Mondphasen?

Immer wieder ist zu hören und im Volksglauben auch sehr tief verankert, dass sich der richtige Zeitpunkt für das Schneiden der Bäume nach den Mondphasen zu richten hat. Vor 20 Jahren haben wir begonnen intensive Versuche im Zusammenhang mit dem Schnittzeitpunkt und den Mondphasen zu machen und sind dabei zu interessanten Ergebnissen gekommen. Eine erste Auswertung unserer intensiven Versuche in Verbindung mit dem Schnittzeitpunkt (es wurde ab Mitte Oktober wöchentlich bzw. zu den vorgegebenen Mondtagen die gleiche Anzahl von Zweigen geschnitten und unter denselben Bedingungen gelagert) hat kein differenziertes Ergebnis erbracht. Inzwischen gibt es jedoch auch wissenschaftliche Arbeiten aus Deutschland und Dänemark, die besagen, dass die Mondphase nicht mit der Nadelhaltbarkeit der Bäume im Zusammenhang steht.

Christbaum – Mond hat keinen Einfluss auf die Nadelhaltbarkeit

Wichtig ist der fachgerechte TransportNach dieser Auswertung haben bei Neumond geschnittene Bäume ihre Nadeln nicht besser oder schlechter gehalten als Bäume, die bei Vollmond geschnitten wurden. Die Bäume haben jedoch in der Zeit um den Vollmond ein höheres Gewicht als in der Zeit um den Neumond. Bedingt ist dies durch den verstärkten Saftstrom, durch das höhere Angebot an Licht und den damit verbundenen höheren Wassergehalt der Pflanze, sofern starke Fröste dies nicht verhindern. Somit kann man annehmen, dass ein Baum, der einige Tage vor bzw. nach dem Vollmond geerntet wurde, bedingt durch den höheren Wassergehalt, länger frisch bleibt als ein Baum, der zur Zeit des Neumondes geerntet wurde.

Faktoren für ein gutes Nadelhaltevermögen

 Im Allgemeinen dürfen solche Regeln aber nicht überbewertet werden, da mit Sicherheit noch viele Faktoren, wie Lagerung, Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Wind, Baumart, Witterungsverlauf im Sommer und Herbst, Feuchtigkeit des Bodens, Schädlingsbefall etc., ausschlaggebend dafür sind, dass der Christbaum möglichst lange seine Nadeln behält oder eben nicht.
Zu den wichtigsten Faktoren im Zusammenhang mit dem „Nadelhaltevermögen“ zählt, dass die Nadeln wesentlich besser halten, wenn die Bäume vor dem Schneiden Frösten von einigen Minusgraden ausgesetzt waren. Dieser Umstand bedeutet, dass die Bäume sicher in der Winterruhe sind, und damit auch mit ihrem Wasserhaushalt heruntergefahren sind. Im Zusammenhang mit dem Nadelhaltevermögen ist außerdem die Verwendung eines Christbaumständers, der gewährleistet, dass der Baum in einem Wasserbett stehen kann. Hier haben wir ein bis zu 30 % besseres Nadelhaltevermögen erreicht bei zusätzlich besserem und frischerem Aussehen. Im Vergleich dazu liegen die Werte des besseren Nadelhaltevermögens bei Bäumen, die in der angeblich „richtigen Mondphase“ geschnitten werden, bei lediglich 2–3 %. Wichtig für das Nadelhaltevermögen sowie die Frische der Nadeln ist die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum, in dem der Baum steht. Werte über 50 % Luftfeuchtigkeit im Raum haben wesentlich bessere Ergebnisse gebracht als trockene Räume, vor allem wenn die Luftfeuchtigkeit unter 40 % betrug. Auch die Auswahl der Tannenart wirkt sich auf das Haltevermögen aus. Tannenarten, wie Nordmannstanne, Edeltanne, Korktanne oder Türkische Tanne, weisen, ganz im Gegensatz zu heimischen Baumarten, wie etwa Weißtanne oder besonders der Rotfichte, ein wesentlich besseres Nadelhaltevermögen auf. Diese Arten sind imstande, zwischen dem Holz und der Nadel eine Korkschicht aufzubauen, wodurch die Nadel nahezu ewig am Baum haften bleibt. Wenn diese Tannen also durch widrige Umstände nicht sehr bald nach dem Schneiden die Nadeln verlieren, werden sie auch sehr lange halten. Daraus resultieren auch Aussagen, dass der Baum am 23. Dezember geschnitten wurde, am 24. Dezember in den Wohnraum gekommen ist, und am 25. Dezember seine Nadeln verloren hat. Der Baum hatte durch die kurze Zeit zwischen dem Schneiden und dem Aufstellen im warmen Raum nicht die Gelegenheit, diese Verbindung zwischen Nadel und Holz aufzubauen. Zusammenfassend sei gesagt, dass die Haltbarkeit der Nadeln enorm zunimmt, wenn die Temperaturen in der Nacht unter 0 °C fallen. Nicht die Mondphase, sondern der Frost und damit die Winterruhe sind neben der Baumart in erster Linie ausschlaggebend dafür, ob die Nadeln halten oder nicht. Sehr wichtig sind dabei auch die Art der Lagerung bis zum Fest, sowie die Bedingungen, die der Baum schließlich im Wohnzimmer vorfindet.

 

UMSCHLAG_Christbaumkulturen_NEU.inddMehr zum Thema finden Sie im Stocker-Praxisbuch Christbaumkulturen

Most und Apfelwein – Süßmostherstellung

Obsternte ist auch die Most und Apfelwein Zeit

Karl Stückler erklärt übersichtlich und klar im Stocker-Praxisbuch „Most und Apfelwein“ wie die Mostgewinnung garantiert gelingt.   Er ist Lehrer an einer landwirtschaftlichen Fachschule und leitet dort die Fachbereiche Obst, Obstverarbeitung und Bienenkunde sowie das Mostlabor.

Aus „Most und Apfelwein“

„Das Obst soll reif sein und sauber“: Karl Stückler aus dem Stocker-Praxisbuch “ Most und Apfelwein“

Tipps und Anregungen zur  Süßmostherstellung:

  • Rohstoffauswahl
        Das Obst soll reif, jedoch nicht überreif sein. Durch genaues Waschen wird nicht nur Schmutz beseitigt, sondern auch Schimmelpilze, die Giftstoffe bilden (z. B. Aflatoxine), werden entfernt. Angefaultes und schimmeliges Obst wird aussortiert.

Süßmost

          (=Fruchtsaft) enthält wertvolle Fruchtsäuren und unterschiedliche Zuckerarten.

 


  • Süßmost als Kurmittel

    Cholesterin- und Blutfettwerte können durch Süßmost reduziert werden. (aus dem Stocker-Praxisbuch “ Most und Apfelwein“ v. Karl Stückler)

    Reiner Apfelsaft wird auch als Kurmittel eingesetzt. Neben den wertvollen Inhaltsstoffen enthält vor allem naturtrüber Apfelsaft einen großen Anteil an Pektin. Pektine können im Darm Schadbakterien, Schadviren und Schadpilze binden, inaktivieren und ausscheiden. Aber auch Cholesterin- und Blutfettwerte können durch den gezielten Einsatz von Süßmost reduziert werden.
    Durch schonende und richtige Lagerung, müssen diese wertvollen Inhaltsstoffe und Eigenschaften erhalten werden.

  • Haltbarkeit durch Erhitzung
    Der frisch gepresste Saft kann innerhalb kürzester Zeit von Mikroorganismen (Pilze, Hefen, Bakterien etc.) befallen werden. Rasches Konservieren ist notwendig. Neben dem Einfrieren des Saftes kommt nur die Konservierung durch Erhitzung in Frage.

    aus dem Stocker-Praxisbuch „Most und Apfelwein“ v. Karl Stückler

    Dadurch werden die Mikroorganismen abgetötet. Der Saft ist steril. Nur Sporen von Schimmelpilzen können eventuell überleben, wenn die Flasche nicht vollkommen gefüllt wurde und deshalb noch Sauerstoff vorhanden ist.
    Die Pasteurisationstemperatur soll 78 °C betragen.
    Unter 70 °C beginnt der Saft wieder zu gären. Über 80 °C tritt ein leichter Kochgeschmack auf, auch wichtige Inhalts- und Aromastoffe erleiden eine Schädigung. Je höher der Säuregehalt (über 7 Promille), desto leichter ist es, den Süßmost haltbar zu bekommen, da die Säure hemmend auf Mikroorganismen wirkt.  Das Einhalten der Pasteurisationstemperatur von 78 °C ist daher für die Haltbarkeit des Produktes von entscheidender Bedeutung.

  • Methoden der Safterhitzung
    Ausschlaggebend für die Wahl wird die zu verarbeitende Presssaftmenge sein. Für den Hausgebrauch eignet sich die Methode der Flaschenpasteurisation.Flaschenpasteurisation

    Auch beim Pressvorgang kommt es auf Hygiene und Sauberkeit an. (Stocker-Praxisbuch „Most und Apfelwein“ v. K. Stückler)

    Für kleinere Mengen ist das Erhitzen der gefüllten Süßmostflasche im Wasserbad möglich. Der kalte Presssaft wird in saubere Flaschen gefüllt. Die Flaschen sollen das gleiche Volumen sowie die gleiche Höhe aufweisen.
    Unverschlossen werden diese in das Wasserbad gestellt. Am Boden des Topfes muss ein Holzrost vorhanden sein, da die Flasche nicht direkt mit dem heißen Kesselboden in Berührung kommen darf.
    In einer der Flaschen, die möglichst in der Mitte des Kessels stehen soll, wird ein Stabthermometer gegeben. Dieses soll die Temperatur der Flaschenmitte messen (mit Gummiring fixieren, damit es nicht zu tief in die Flasche einsinkt). Wird die Pasteurisationstemperatur von 78 °C erreicht, so wird die Flasche herausgenommen und verschlossen.(Pasteurisation mit Süßmostglocke, Röhrenwärmetauscher, Plattenwärmetauscher, elektrisches Süßmostpasteurisierungsgerät und Tunnelpasteur sind im Stocker-Praxisbuch „Most und Apfelwein ab Seite 131 beschrieben.)

  • Verschließen
    Die Flaschen sind randvoll mit Saft zu füllen. Durch das Verschließen und Abkühlen entsteht im Inneren ein Vakuum. Zum Verschließen sind Kronenkorke, Gummikappen und Schraubverschlüsse am besten geeignet. Natur- und Presskorke können durch das entstehende Vakuum nach innen eingezogen werden. Gummikappen sollten, bevor sie verwendet werden, gereinigt und in Heißwasser sterilisiert werden. Kronenkorken brauchen vorher nicht sterilisiert werden, wenn man die Flasche sofort nach dem Verschließen umlegt oder stürzt, damit sich die eventuell vorhandenen Luftblasen durch den Saft bewegen und der heiße Saft den Innenteil des Korkes berührt.
  • Abkühlen
    Nachdem der Saft auf 78 °C erhitzt, die Flasche verschlossen und gestürzt wurde, ist ein rasches Abkühlen zu empfehlen. Es genügt bereits, wenn die Flasche zum Abkühlen ins Freie gestellt wird. Durch eine rasche Abkühlung werden die Aromastoffe weniger geschädigt. Das früher übliche lange Warmhalten und Abdecken der Flaschen ist nicht anzuraten, es sei denn, die 78 °C Pasteurisationstemperatur wurde nicht erreicht. Dann kann durch eine lange Warmhaltephase eine Haltbarmachung erreicht werden (Aroma- und Geschmacksstoffe gehen aber verloren).

 

Stocker-Praxisbuch: „Most und Apfelwein“ von Karl Stückler

Stocker-Praxisbuch „Most und Apfelwein“ – zu bestellen bei der Bücherquelle

 

 

Ebenfalls im Leopold Stocker Verlag von Karl Stückler erschienen:

 

 

Stocker-Praxisbuch: MET Honigwein-Bereitung von Karl Stückler

Stocker-Praxisbuch “ Met Honigweinbereitung“ – zu bestellen bei der Bücherquelle

 

 

Jagd Wild und Wald Ein Jäger blickt zurück

Kein lebender Jagdschriftsteller hat mit so vielen Büchern Leser in seinen Bann gezogen wie der CIC-Preisträger Philipp Graf Meran. Auch in seinem 18. Buch schöpft Meran Neues aus dem unerschöpflichen Thema der Jagd: In meisterhaften Schilderungen über Jagd, Wild und Waldm, verbunden mit fast schon ins Philosophische gehenden Betrachtungen über den Menschen und seine Umwelt, berichtet der Autor von seinen Erlebnissen mit Wild und Wald. Er verbindet diese mit zeitgeschichtlichen Betrachtungen und Skizzen seiner ungarischen Heimat. Ein Jäger blickt zurück…. Kurz reingelesen in Wild und Wald – Ewiges Glück
Streiflichter von der Rehbrunft in Horn, anno 2010 Im Wildbret starker Bock

Wild und Wald, Erlebnisse von Graf Meran

…. Schon waren hier 34 Minuten vergangen, als ich zufällig nach links auf die Feldkante sah. Und ich traute meinen Augen nicht. Von dort kam ein im Wildbret starker Bock, um vor uns auf etwa 90 Schritte gegen den Wald zu wechseln. Wie immer richtete ich mich schon rechtzeitig, ohne das Kommando vom Pirschführer – diesmal Oberförster Hafenscher – abzuwarten. Das war gut, denn der alte starke Bock wurde immer schneller. Als das Kommando zum Schießen kam, blattete ich kurz, der Bock verhoffte breit und fiel auf den guten Blattschuss im Feuer. Es war ein kurzer, stark geperlter und dicker ungerader Sechser, etwas abnorm, mit sehr starken Rosen. Wir waren fast 40 Minuten hier gesessen, und plötzlich kam der Bock – anscheinend – nachzuschauen. Dieser Bock scheint, Hafenscher nach, derselbe Bock gewesen zu sein, den wir am Anfang in den Mais wechseln sahen. Ich hatte mit diesem Erlebnis eine große Freude…. Erstmals Sauen in Horn …. Auf der Heimfahrt haben wir ein Erlebnis, das man nicht alle Tage hat. Auf einem Stoppelfeld vor einem Sonnenblumenfeld sieht der Oberförster plötzlich auf seiner Seite etwas Schwarzes. Es sind Sauen. Drei Bachen und etwa 15 Frischlinge. Es ist so finster, dass ich im Fernrohr nur die dunklen großen Bachen zu sehen bekomme. Hafenscher mit seinen jüngeren …

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Jagd – ein Spiegel der Gesellschaft?

Jagd und Jäger geraten immer mehr ins Schussfeld einer kritischen Öffentlichkeit, die ihre Berechtigung prinzipiell in Frage stellt. Tatsächlich gibt es kritikwürdige Aspekte, etwa den herrschenden Trophäenkult und die Ausübung der Jagd als Statussymbol. Doch sind Jäger wirklich nur „Bambi-Mörder“? Welche Gründe gibt es für die Jagd? Und ist es denkbar, dass in unseren Breiten in Zukunft auf die Jagd gänzlich verzichtet wird?

Aus dem Stocker-Buch „Aufbrechen – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft“. Ein Werk für Jäger und Jagdkritiker, für Tierschützer und Naturnutzer, welches das Für und Wider der Jagd abzuwägen versucht:

Vom kleinen Kalb und vom toten Reh

Ob Wildtier oder Nutztier – der Konsument sieht nur das „Schnitzel auf dem Teller“ ohne Bezug zur Kreatur (Foto aus AFBRECHEN – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft; erschienen im Leopold-Stocker-Verlag)

Der Tod passt uns nicht in den Kram! Wir möchten auf ihn nicht angesprochen werden. Seine „Unsichtbarkeit“ charakterisiert unseren Zugang zu ihm.
Doch er findet Wege, durch einen im Verborgenen liegenden Geheimgang, eine Hintertür, in das Leben der Menschen – in unser eigenes Leben – zurückzukehren. Dem Fortschritts- und Machbarkeitswahn der Naturwissenschaften erlegen, sehen wir ihn vielleicht zum ersten Mal, wenn er uns als Horrorszenario eines Krepierens und Dahinsiechens auf Intensiv- und Pflegestationen, in esinfektionsmittelgeschwängerter Luft, entgegenblickt.

Wie sieht es jedoch mit dem Tod von Tieren aus?
– inklusive jenen geknechteten Kreaturen,  welche industriell, unter der Prämisse ausschließlicher Gewinnmaximierung erzeugt werden!

Reagieren wir hier in gleicher Weise?Und auf der Jagd?

Blendet der Jäger den Tod des Tieres aus? Was sagt die Öffentlichkeit dazu, wenn er  einen Hirsch erschießt, um etwas Schönes für sein Foyer zu ergattern?

An dieser Stelle erscheint es angebracht, auf den Begriff des „Schlachthausparadox“ hinzuweisen. Dazu eine kurze Erklärung:
Der Begriff des „Schlachthausparadox“ beschreibt, dass wir ein auf einer satten, grünen Wiese weidendes Kalbchen mit starken, sehr positiven Gefühlen wahrnehmen. Vielleicht verweilen wir dort auf unserer Wanderung ein wenig, um das niedliche Tier zu beobachten?  Vielleicht zeigen wir es auch unseren Kindern, die es mit einem Büschel Gras liebevoll füttern? – Vielleicht?
Nach unserer wunderschönen Wanderung zieht es uns ins nahegelegene Wirtshaus und bereits beim Eintritt in die Gaststube werden wir durch anregende Dufte vom Arbeitsplatz des Küchenmeisters überwältigt. Ein unaufschiebbares Gefühl der Gaumenfreude bestärkt uns dabei, nach der Speisekarte zu fragen. Akribisch blättern wir von vorne nach hinten, auch nochmals zurück und fallen eine Entscheidung: Heute gibt es Schnitzel. – vom Kalb!

Vielleicht das Kalb von nebenan, nunmehr in Form eines anonymisierten Stückes Fleisch. Ein Stück Fleisch samt fein garnierter Zutaten, welches wiederum ein Hochgefühl in uns entstehen lässt. – Ein Gefühl, welches in keiner Weise mit Mitleid oder mit einer Kritik am Tod des wenige Monate jungen Tieres in Verbindung gesetzt wird.

Doch was liegt dazwischen?
Was liegt zwischen der satten Weide im Alpenidyll und dem saftigen Kalbsschnitzel im Gasthof?
Dazwischen liegt das Schlachthaus, welches wir auszublenden pflegen. Auf diese Weise träumen wir auch weiterhin von einer Welt, in der es dem Tod schier unmöglich erscheint, auch in Bezug auf andere Lebewesen – unabhängig davon, wie sie zeit ihres Lebens behandelt wurden – eine „Falltür“ in unser Leben zu finden.
Es ist jedoch nicht nur der Fleischer allein – auch, in unserem Fall relevant, der Jäger; selbst der Förster gilt als jener, der Schaden verursacht und einen schlechten – zumindest verbesserungswürdigen – Ruf zu verteidigen hat.

Und die Jagd un der Jäger?

Und der Jäger? – Wie sehen die befragten Jugendlichen die Sache mit der Jagd?
Im „Jugendreport Natur 1997“ werden Jäger von 40% der Befragten als Tiermörder betrachtet. 58 Prozent sehen die Jagd als für den Wald schädlich an.
In der Studie aus dem Jahr 2010 geht hervor, dass es 67% ablehnen, Rehe und Wildscheine zu bejagen. Nur 16 % sehen dies als eher nützlich.
Es heißt weiter: „Die Nutzungsperspektive wird aus der Freizeit- und vielleicht auch Öko-Perspektive der Jugendlichen nicht nur ausgeblendet, sondern mehrheitlich diskriminiert. Das Bild der Natur bleibt auf diese Weise heil, auch wenn seine Bestandteile nicht mehr inhaltlich zusammenpassen.“
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Tod kein geeigneter Begleiter im Leben  „zivilisierter Zeitgenossen“ darstellt, weder der Tod von Menschen, noch der Tod von Tieren.

Konsequenz für den Menschen
In der Sozialwissenschaft bezeichnet man das Verfrachten alter Menschen in Pflegeanstalten und Altersheime als den „sozialen Tod“, einen bereits endgültigen Zustand, der den Betroffenen bereits vom „eigentlichen Leben“ abgeschnürt hat, ein Zustand, der nur noch auf das Endgültige, das Unausweichliche warten – vielleicht auch hoffen – lässt.

Doch zurück zum Thema…

Es ist darauf hinzuweisen, dass die angeführten Uberlegungen betreffend des Schlachthausparadoxons unter einer Perspektive der „Nützlichkeit“ dargestellt wurden. Der „Nützlichkeit“, die mit der Tötung des Kalbes einhergeht, um die Versorgung dieser Gaststätte mit Fleisch zu rechtfertigen. Wir sprachen von der Fällung eines Baumes, welcher einer weiteren Verarbeitung unterzogen werden soll, um ihn in einen Dachstuhl, eine Diele, einen Schrank oder auch Tisch zu verwandeln.

Jagd und Nützlichkeit
Die Frage, die sich damit verbindet, ist die Überlegung, ob die Jagd von heute diese Nützlichkeit überhaupt anbieten kann, sie noch anbieten möchte!? – Vielen Jägern geht es zumindest ist um das Geweih.  Ist dieses Ansinnen nützlich? Ein Mann, der mit diesem Motiv in der Gruppe der Jäger nicht eine klägliche Ausnahme ist, sondern in seinem Begehren nach der Trophäe der Mehrzahl aller Jäger entspricht.

Ja, dieses Geweih kann nützlich – wirtschaftlich nützlich – sein, wenn die Jäger ein Jagdgatter respektive eine umfriedete Eigenjagd betreiben, ein Jagdgebiet verpachten, oder auch Einzelabschusse von Trophäenträgern – ursachliche Gepflogenheiten der heutigen Jagd – zu verkaufen im Begriff sind.
Vielleicht gelingt es ihnen auch, das eine oder andere Stück Wildbret an den Mann und an die Frau zu bringen, was nicht unüblich ist.
Der wirtschaftliche Ertrag und der Fokus jagdwirtschaftlicher Betrachtungen bezieht sich jedoch in der heutigen Zeit fast ausschließlich auf die Jagdtrophäe, welche man zum Teil anhand von Formeln und Tabellen vermisst, um sie danach verrechnen zu können! –
Der „Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC)“ ist im Besitz eines solchen Zahlenwerkes.

Jagd der Trophäe willen?

Jagd nur der Trophäe wegen ist ethisch kaum zu vertreten. (Foto aus AUFBRECHEN – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft; erschienen im Leopold-Stocker-Verlag)

Johannes Dieberger meint im Buch „Jagd und Gesellschaft – Der internationale Sankt Hubertusorden“:
„Abwegig wird die Jagd dann, wenn sie nur um der Trophäen willen betrieben wird und wenn Geweihe, Gehörne und Bärte gemessen und bewertet werden. Wozu dienen seitenlange Beschreibungen der weltbesten Spitzengeweihe, wie wir sie oft in der Jagdpresse finden können?
Die Jagd könnte heute, wenn sie nur aus sportlichen Interessen durchgeführt wird, kaum mehr Verständnis finden. Das Töten von freilebenden Wildtieren, lediglich aus Vergnügen, wäre mit den derzeitigen mitteleuropäischen ethischen Vorstellungen nicht mehr vereinbar.“
(Andrieu, G., Der Internationale Sankt Hubertusorden, 2008)

Jagd – die Trophäenqualitat muss fortschrittlich bleiben??
Viele Jäger dürfen  sich auch darüber freuen, die Natur im Sonnenaufgang gespürt zu haben und geschickt genug gewesen zu sein, den Hirsch zu erlegen. Er kann stolz darauf sein, dass er – wenn ihn schon die Leidenschaft der Jagd und kein anderes Hobby neben seinem „Brotberuf“ gepackt hat – das Tier, auch ohne kontinuierliches Schießtraining, mit einem einzigen Schuss tödlich getroffen hat. Er darf auch aufatmend lächeln, keinen „roten Punkt“ erhalten zu haben, obwohl dies unanständig war! – In Gesprächen mit Jägern gewinnt man jedoch den Eindruck, dass dieser Sachverhalt das eine oder andere Mal – vielleicht sogar noch öfter –, auch in Form „falscher Kiefervorlagen“, Gang und Gäbe sein dürfte, was den Wert von Pflichttrophäenschauen im Allgemeinen und die „einem heiligen Ritual“ gleichende Arbeit von Bewertungskommissionen in das Lächerliche und das Absurde führt!

Lieben Jäger jedoch wirklich, was sie töten?
Lieben sie einen Hirsch – welcher erlegt wird – gleich den beschriebenen Möpsen, die
zu einer Geburtstagsfeier geladen sind? Oder verspüren Jäger in Bezug auf das Erlegen
dieselbe Gleichgültigkeit wie viele Menschen der Mehrheitsgesellschaft, wenn es um das
Betreiben von „Tierfabriken“ geht?
Unserem Jäger ist  zumindest der Tod des Hirsches sehr nahe gegangen. – Es geht ihm bis zum heutigen Tage sehr nahe, wenn er ein Wildtier erlegt, darum findet er auch das jagdliche Ritual des „letzten Bissens“ – welches als Entschuldigungsritual, aber auch als eine Verniedlichung und Entschärfung des Todes betrachtet werden kann – besonders würdevoll.
Unser Jäger liebt Tiere, die er auf der Jagd verfolgt, jedoch nicht! Nein, er respektiert sie, will ordentlich jagdlich handwerken, keine Fehler machen, sich aus der Natur etwas aneignen.
Er will der Natur jedoch auch etwas zurückgeben und hat vor, sie durch seine jagdliche
Tätigkeit nicht zu überfordern!
Eine gute Einstellung, würde man meinen, die sich von Abschusspakete buchenden Jagdtouristen und jenen „Superjägern“ unterscheidet, welche fünf Mal pro Jahr in einem Jagdrevier auftauchen, um im Eilverfahren nur das Eine zu wollen: Einen möglichst kapitalen Trophäenträger zur Strecke zu bringen, respektive „den Finger krumm zu machen“, um ein prestigeträchtiges Wildtier zu töten!
Menschen, welche vorgaukeln, an der Natur so besonderes Interesse zu haben und zum Teil in schäbigen Jagdclubs ihre jagdlichen Glanzleistungen präsentieren. Leider allzu weit verbreitete jagdliche Auswüchse, an dem die echte, die wirklich „edle Jagd“ von verantwortungsbewussten, bodenständigen Menschen irgendwann mitkrepieren konnte! – Es darf von der Öffentlichkeit nicht erwartet werden, dass sie im Zweifelsfall in ihrer Beurteilung zwischen guten Jägern und trophäengeilen Naturfremdlingen einen allzu großen Unterschied machen wird!

Aufbrechen – Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft von Gert Andrieu und Helmuth Wölfel, erschienen im Leopold-Stocker-Verlag.

 

 

Aufbrechen … Die Jagd als Spiegel der Gesellschaft zu bedstellen bei der Bücherquelle!

 

 

Ziegen – welche ist die richtige für meinen Betrieb?

Ziegenhaltung heute

Ziegen – Link zum Zuchtverband (aufs Bild klicken)

Die „eierlegende Wollmilchsau“, also das rundum perfekte Nutztier, gibt es auch bei den Ziegenrassen nicht. Allerdings kann gerade durch richtige Rasseauswahl dem tierzüchterischen und wirtschaftlichen Ideal schon relativ nahegekommen werden. Mit einer Rassenziege  aus einem anerkannten Zuchtbetrieb kauft man kaum jemals die Überraschungskatze im Sack. 

Keine Mischmaschziegen

Diese zeigen oftmals eine hohe Risikoanfälligkeit für Inzuchtdepression mit allen dazugehörigen negativen Begleiterscheinungen, da für diese Tiere keine Aufzeichnungen über ihre Herkunft vorliegen. In der ziegenhalterischen Praxis wurde das dann oft so gehandhabt, dass der Gemeindebock zwar lustig buntscheckig und mit einem imposanten Hornschmuck versehen war, aber in den örtlichen Ziegenherden genetisch schon als Vater, Großvater und Urgroßvater in ein und derselben Person eifrig unterwegs war. Dass die Nachkommen in der Folge weder leistungsmässig noch gesundheitlich wirklich befriedigend sind, darf logischerweise nicht verwundern.

Einige Ziegenrassen

Österreichische Saanenziegen / Weiße Edelziegen
Weiße Deutsche Edelziege

Weiße Deutsche Edelziege (aus Ziegenhaltung heute – Stocker-Praxisbuch)

Die Schulterhöhe bei Böcken liegt bei 80–95 cm, bei Ziegen zwischen 74–85 cm. Das Gewicht der männlichen Tiere beträgt rund 75–100 kg, das der weiblichen Tiere an die 50–80 kg. In den Schweizer Originalzuchtgebieten erbrachten Saanenziegen 1994 in durchschnittlich 273 Melktagen 870 kg Milch mit 3,1 % Fett und 2,6 % Eiweiß und in Österreich in 240 Tagen 719 kg mit 3,2 % Fett und 2,92 % Eiweiß. Dies ist umso erstaunlicher, als diese beachtlichen Mengen vorwiegend bei wirtschaftseigenem Raufutter mit relativ geringen Kraftfutterzugaben erzielt wurden.

Weiße Deutsche Edelziege (WDE)

In Größe, Gewicht und Milchleistung gibt es kaum Unterschiede zur Saanenrasse. Sie ist etwas rumpfiger und kräftiger als die Saanenziege und bei ihr ist eine leicht rötlichgelbe Färbung an Hals und Rücken erlaubt. Die Böcke tragen an diesen Stellen bisweilen etwas längere Haare, was durchaus noch als rassetypisch bezeichnet werden kann.

Gemsfarbige Gebirgsziegen und verwandte Schläge
Cremefarbige Gebirgsziegen

Cremefarbige Gebirgsziegen (Stocker Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTe)

Die Widerristhöhe bei Böcken beträgt 75–80 cm und deren Gewicht liegt bei 70–100 kg. Die Geißen messen 70–80 cm und bringen an die 40–80 kg auf die Waage. An durchschnittlicher Milchleistung wurden 1994 bei den Graubündnern in 249 Melktagen 600 kg mit 3,4 % Fett und bei den Brienzern in 269 Tagen 721 kg mit annähernd gleichen Anteilen an Fett (3,5 %) und Eiweiß (2,8 %) ermolken. In Österreich werden in 240 Standardkontrolltagen laut ÖBSZ 653 kg Milch, mit 3,37 % Fett und 3,06 % Eiweiß erzielt.

Gefährdete Ziegenrassen

Tauernschecken
Tauernschecken (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Tauernschecken (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Zu den in ihrem Bestand hochgefährdeten Ziegenrassen zählt in Österreich die Tauernscheckenziege, welche im salzburgischen Gaisbachtal in Rauris in den 1960-iger-Jahren mit den letzten Exemplaren kurz vor dem Aussterben stand. Heute umfasst die eingeschworene Familie der Tauernscheckenzüchter über 210 Mitglieder mit 1.081 Herdebuchtieren. Es sind dies sehr hübsche schwarz-weißbraun gescheckte, ausnahmslos gehörnte Gebirgsziegen. Sie wurden zur Schwendung vonViehweiden überwuchernden Gehölzen, aber auch zur Milchversorgung seit jeher mit Schafen und Rindern auf die Alm getrieben. Die typische Dreifärbung hatte praktische Gründe, da die dunkle Fellzeichnung den Hirten bei Schneefall oder im Gletscherbereich verlorengegangene Tiere leichter auffinden half. Wenn sich aber im Herbst zum Abtrieb die Almmatten braunrot verfärbten, bedeutete die weiße Scheckzeichnungebenfalls eine vortreffliche Sichtbarmachung der Tiere. Dass nur ein Teil der geborenen Kitze, die nicht zu hell, aber auch nicht zu dunkel ausfallen dürfen, um anerkannt zu werden, zur weiteren Zuchtverwendung tauglich sind, muss angehenden Tauernscheckenhaltern bewusst sein.

Steirische Scheckenziege

Eine ebenfalls sehr interessante scheckige Ziegenversion ist die Steirische Scheckenziege mit derzeit 286 Exemplaren, welche erst vor rund 25 Jahren „wiederentdeckt“ und ab dann planmäßig rückgezüchtet wurde. Erst als sich einige ernsthafte Züchter und die Zuchtleitung des rasseverantwortlichen „Steirischen Schaf- und Ziegenzuchtverbandes“ dieser noch nicht ganz konsolidierten Rasse als verantwortliche Züchtervereinigung annahm, gab es sichtbare Zuchtfortschritte. Die Farbvariationen und die Abzeichen werden bei der „Steirischen Scheckenziege“ lange nicht so eingeschränkt streng bewertet wie bei den Tauernschecken. So kommen verschiedenfarbig zwei- oder dreifach gescheckte Tiere mit oder ohne weißen Bauchgurt vor. Exterieurmäßig ist hier sicherlich züchterisch noch einiges zu verbessern, aber wie man im oststeirischen Greinbach bei Hartberg als Hauptbewertungsort dieser vor allem in der Ost- und Weststeiermark gezüchteten Rasse jedes Jahr besser sieht, gibt es enorme Zuchtfortschritte um die äußere Erscheinung noch weiter zu vereinheitlichen. Als eine der wenigen hochgefährdeten Ziegenrassen in Österreich wird sie mit oder ohne Hörner gezüchtet. Wer also als Selbstversorger eine alte Ziegenrasse erhalten, aber der Hornstichgefahr aus dem Weg gehen möchte, ist mit der hornlosen Variante der „Steirerschecken“ und ihrer teils beachtlichen Milchleistung sicherlich sehr gut beraten.

Pinzgauer Ziege

Die Pinzgauer Ziege ist eine genetisch gehörnte, züchterisch wenig behandelte Gebirgsziegenrasse,  welche nicht nur äußerlich den Schweizer und deutschen Schlägen mit kastanienbrauner Grundfarbe und schwarzen Abzeichen an Kopf, Bauch, Rücken und Beinen sehr ähnelt. Es kann bei ihr ein etwas scheues und sehr temperamentvolles bis kämpferisches Wesen beobachtet werden. Pinzgauer Ziegen aus ihrer Stammheimat Salzburg werden mit einem Gesamtbestand von unter 1.000 Herdebuchtieren als „hochgefährdet“ im ÖPUL Generhaltungsprogramm angesehen und zählen neben den Tauernschecken und nun auch den „Steirerschecken“ zu den nachweislich „urösterreichischsten“ Ziegenrassen.

Wer alte, heimische Ziegenrassen sozusagen als „lebendiges Inventar“ vor wunderschönen,  mühsam wiederaufgebauten Bauernhäusern bewundern will, dem sei ein Besuch im „Österreichischen Freilichtmuseum“ in Stübing bei Graz wärmstens empfohlen.

Toggenburger Ziegen

Auch Toggenburger Ziegen werden bei uns gehalten, allerdings war einer weiteren Bestandszunahme dieser Ostschweizer Rasse deren langhaarige Behosung im Bereich der Euterregion – aus Hygienegründen beim Melkvorgang – immer etwas hinderlich. Mit schokoladebrauner Grundfarbe, weißer Stiefelung und den auffälligen hellen Streifen vom Maul bis über die Augenregion ist sie wohl eine unserer hübschesten Milchziegenrassen, sieht man von der stellenweisen Langhaarigkeit ab. In Deutschland wurde sie von der ehemaligen  „Deutsch Toggenburger“ 1935 in „Thüringer Waldziege“ umbenannt und ihr praktischerweise die Kurzhaarigkeit angezüchtet. Dass sie in der Bundesrepublik leider zu den gefährdeten Rassen zählt, hat sich diese leistungsbereite Ziege mit der manchmal etwas blechern klingenden Stimme eigentlich nicht verdient, zumal sie – ebenfalls kurzhaarig – als „British Toggenburger“ in England und Nordamerika wahre Haltertriumphe feiert. Die durchschnittliche Milchleistung in Österreich beträgt ca. 545 kg mit 3,49 % Fett und 2,94 % Eiweiß und im schweizer Herkunftsland um die 700 kg.

Burenziege
Burenziegen (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Burenziegen (Stocker-Praxisbuch ZIEGENHALTUNG HEUTE)

Die südafrikanische Burenziege aus Namibia und den östlichen Kapprovinzen ist die wichtigste Vertreterin der Fleischziegenrassen im deutschsprachigen Raum. Da ihre Milchleistung eher gering ist und meist nur zur Aufzucht der Kitze reicht, wird diese asaisonale Ziege primär zur Kitzfleischproduktion und Landschaftspflege gehalten. Es sind stämmige weiße Tiere mit rotbraunem Kopf und Blesse, Hängeohren, starkem Fundament und besonders gutem Fleischansatz an Rücken, Brust, Keulen und Schultern. Beide Geschlechter waren bislang meist gehörnt, wobei bei den Böcken die Ausformung zu mächtigen „Hornschnecken“ beachtenswert ist, was allerdings bei zu engem Kopfhautanschluss zu wunden Stellen führen kann. Die Weibchen hingegen besitzen nur relativ kurze und nicht ganz so eng am Kopf anliegende Hörner. Die Tendenz geht aber auch hier aus Sicherheitsgründen immer mehr Richtung Hornlosigkeit, welche durch die seinerzeitige, deutsche Verdrängungskreuzung mit hornlosen Milchmutterziegen in dieser Rasse durchaus angelegt erscheint und teils wieder heraus selektiert werden muss. Das typische, langgezogene „Hochfrequenzmeckern“, das oftmals einem lauten Schafblöken nahekommt, ist allerdings teilweise etwas gewöhnungsbedürftig.  Dafür sind Burenziegen von ruhigem, fast kaltblutähnlichem Wesen, was im Gegensatz zu oft ziemlich temperamentvollen Gebirgs- und Milchziegenrassen haltungstechnisch überaus angenehm sein kann. Gewicht: 65–120 kg, Widerristhöhe: 60–95 cm. Böcke dieser Rasse werden mit Milchziegenmüttern oft zu Gebrauchskreuzungen von Milchmastkitzen verwendet. Vorbedingung sind allerdings nur beste Tiere beider Ausgangsrassen unddie Konsequenz, dass die daraus resultierende Nachzucht generell der Schlachtung zugeführt wird. Das Fleischbildungsvermögen des Vaters verbindet sich dann mit der höheren Milchleistung und Großrahmigkeit der Muttertiere zu besonders frohwüchsigen, gesunden und wirtschaftlichen Schlachtkitzen.

Westafrikanische Zwergziegen

Freche und „meckerfreudige“ Westafrikanische Zwergziegen gelangten schon im 17. Jahrhundert  als lebendiger Proviant der Seefahrer zu uns nach Europa und gehören heutzutage zur Grundeinrichtung jedes Streichelzoos. Speziell bei bäuerlichen Direktvermarktungsbetrieben erfreuen sich diese lustigen, dickbäuchigen Ziegenzwerge mit einer Widerristhöhe von 40–50 cm und einem Gewicht von 20– 30 kg immer größerer Beliebtheit. Aber auch Ziegenhalter mit wenig Grund und einem steilhangigen oder pflegebedürftigen Wiesengarten vor dem Haus sowie Hochstammobstbäumen schätzen diese clownhaften kleinen Tiere mit ihrem riesengroßen Selbstbewusstsein. Der wirtschaftliche Nutzen von überzähligen, relativ fleischbetonten und wüchsigen Zwergziegenkitzen besteht in der Bereitstellung von köstlichen Osterkitzbraten für Selbstversorgerfamilien. Grundsätzlich sind reinrassige Zwergziegen immer gehörnt, aber speziell bei ihrem Einsatz im Streichelzoo oder in der tiergestützten Pädagogik sollten die Tiere schon im Kitzalter fachgerecht enthornt werden, da Kinder oftmals nicht so rasch reagieren wie Erwachsene.

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Wildküche – Kochen mit Wild

Kochen mit Wid ist hab so wild.

Kochen mit Wild ist halb so wild.

Wer sich zum ersten Mal an die an die  „Wildküche“ heranwagt, der ist oft der irrigen Auffassung, es bedürfe besonderer Fertigkeiten und spezieller Zubereitungen, um ein Wildgericht so auf den Tisch zu bringen.  Bis heute haben es die jagende Zunft, aber auch Profiköche und in der Zubereitung von Wild geübte Urgroßmütter, Großmütter und Mütter verstanden, um das Thema Wild ein Netz von Mythen zu weben, das jeden Anfänger vom Kochen mit Wild abschreckt.

 

Tipps zum Kochen mit Wild

Diese Mythen sind schnell entzaubert und Sie gewinnen Sicherheit, wenn das erworbene Stück Wildfleisch zuerst nach einem eigenen bewährten Rezept für einen Rinder- oder Schweinebraten zubereiten. Das Gericht wird dennoch anders schmecken, da die dem Wildfleisch eigenen Aromen auch bei solchen Zubereitungen voll zur Geltung kommen.

  • Beizen und Marinaden
    verändern den feinen Eigengeschmack des Wildfleisches wesentlich. Ob Buttermilch-, Rotwein- oder Essigbeize – sie alle vermögen bei größeren Wildteilen wie Keule, Rücken oder Schulter das Fleisch nicht zarter zu machen, da sie – auch bei einer Beizung über mehrere Tage – nur in eine Tiefe von 8–12 mm einwirken. Ein tieferes Eindringen ihrer Säure, die zur Aktivierung der das Fleisch zart machenden Enzyme beiträgt, wird von den tiefer gelegenen Fleischzellen neutralisiert und damit wirkungslos gemacht. Nur bei gulaschgroßen Stücken vermag eine Beize oder Marinade eine zartmachende Wirkung zu erzielen.
  • Brat- und Garzeiten
    Wildfleisch sollte wegen der Gegebenheiten bei seiner Gewinnung, bei der ein Eindringen von Erregern in die Muskelzellen grundsätzlich nicht auszuschließen ist, stets auf eine Kerntemperatur von 80 °C erhitzt und diese über 10 Minuten gehalten werden.  Solange beim Anschnitt kein klarer, sondern roter Fleischsaft austritt bzw. das Fleisch noch roh wirkt, ist die empfohlene Kerntemperatur nicht erreicht. Rohe Zubereitungen von Wildfleisch, wie Carpaccio oder Tatar, sollten gemieden werden.

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Servitute und Dienstbarkeiten (Wegerecht)

Wegerechte (Dienstbarkeit) sind für Landwirte wichtig!

Wegerechte (Servitute und Dienstbarkeiten) dienen der Erreichung von Grundstücken, die mit dem öffentlichen Wegenetz oder untereinander nicht verbunden sind. Sie können entweder ohne Einschränkung bestehen oder für bestimmte Zwecke, auf bestimmte Fahrzeuge, bestimmte Breiten und Gewichte, aber auch bestimmte Jahreszeiten eingeschränkt sein.

Arten der Wegerechte

  • Recht des Fußsteiges (Gehrecht):
    Es beinhaltet die Berechtigung, auf einem Gehweg (Fußsteig) zu gehen, sich von Menschen tragen oder Besucher zu sich kommen zu lassen oder einen Kinderwagen zu schieben. Es beinhaltet aber nicht das Recht, mit einem Handwagen, Fahrrad oder Moped und dergleichen zu fahren, zu reiten oder sich durch Tiere tragen zu lassen.
  • Recht des Viehtriebes:
    Es beinhaltet das Recht, Vieh über ein fremdes Gründstück zu treiben und einen Schiebkarren zu gebrauchen; das Gehrecht ist im Recht des Viehtriebes eingeschlossen; nicht aber das Recht, schwere Lasten über das dienstbare Grundstück zu schleifen.
  • Fahrrecht:
    Es beinhaltet das Recht zu gehen, zu reiten, mit Fahrzeugen zu fahren und schwere Lasten (z.B. Holz) auf dem Weg zu schleifen; nicht jedoch Vieh zu treiben. Das Fahrrecht kann je nach dem Umfang der Erwerbung darin bestehen:
  • Mit Fahrzeugen aller Art, für alle Zwecke uneingeschränkt zu fahren (z. B. zu einem Wohnhaus). Dieser Umfang ist meist vertraglich vereinbart.
  • Mit den jeweils erforderlichen Fahrzeugen zum Zwecke der land- und forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung (mit Wirtschaftsfuhren) zu fahren. Dieser Umfang ist in der Regel ersessen, er kann aber auch vertraglich mit einer solchen eingeschränkten Zweckbestimmung vereinbart werden.
  • Mit Fahrzeugen bis zu einem bestimmten Höchstgewicht oder einer bestimmten Höchstbreite oder nur mit bestimmten Fahrzeugen zu fahren. Dieser Umfang ist meist vertraglich vereinbart
  • Mit den Fahrzeugen nur zu bestimmten Zeiten zu fahren; z.B. die Holzabfuhr über ein Grundstück nur im Winter bei gefrorenem Boden durchzuführen, die Benützung nur bei trockenen Bodenverhältnissen vorzunehmen oder nur zur Anbau- oder Erntezeit zu fahren. Dieser Umfang kann vertraglich vereinbart oder ersessen sein.

Wenn vertraglich eines der vorgenannten Wegbenützungsausmaße oder eine ähnliche Einschränkung in der Benützung vereinbart wurde, gilt der Inhalt dieser Vereinbarung. Ansonsten gilt bei ersessenen und ungemessenen Fahrrechten (das sind solche, deren Ausmaß nicht vertraglich bestimmt ist) das jeweilige Bedürfnis des herrschenden Gutes und kann dort, wo es die Wegverhältnisse zulassen, auch mit Traktoren, LKWs und PKWs zur rationellen und modernen land- und

Fahrrechte wurden mit Gespannen ersessen und gelte heute auch für Traktoren.

Fahrrechte wurden mit Gespannen ersessen und gelte heute auch für Traktoren. (Foto: E. Kopp  / pixelio.de)

forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung gefahren werden, auch dann, wenn früher während der Ersitzungszeit die Benützung für land- und forstwirtschaftliche Zwecke nur mit Pferdefuhrwerken oder sonstigen tierischen Gespannen vorgenommen wurde.
Die Grenze des Rechtes der Benützung mit Traktoren, LKWs und PKWs liegt aber in einer ausschlaggebenden Erschwerung des dienenden Gutes. Dort, wo eine Gefahr des Abrutschens des Weges oder eine Beschädigung eines Hauses und dergleichen zu befürchten ist, aber auch dort, wo der Untergrund des Weges eine Benützung z.B. mit LKWs in keinem Falle zulässt, darf nur mit solchen Fahrzeugen gefahren werden, die eine Gefährdung oder gar Beschädigung der Weganlage, angrenzender Bauwerke und dergleichen nicht verursachen. Ebenso kann das ersessene Recht, mit den jeweils für die rationelle land- und forstwirtschaftliche Bewirtschaftung erforderlichen Fahrzeugen zu fahren, nicht oder nicht voll in Anspruch genommen werden, wenn die Benützung durch bestehende natürliche Begrenzungen, wie z.B. Torbögen, Hausdurchfahrten, Einzäunungen des Weges, Bäume entlang des Weges, Durchfahrten zwischen Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude, auf eine bestimmte vorhandene Breite eingeschränkt ist.
Die Benützung eines Weges mit einem Mähdrescher oder einem breiten Ladewagen kann somit in der Regel nur in der bestehenden Wegbreite oder, wenn kein gebahnter Weg besteht, nur dort vorgenommen werden, wo keine der vorgenannten Beschränkungen wie Bäume, Einfriedungen und dergleichen eine Benützung unmöglich machen.
(aus dem Stocker-Praxis-Buch RECHTSKUNDE FÜR DEN LANDWIRT von Dr. Nikolaus Posch)
Umschlag Rechtskunde_10. Auflage #4_CS6.inddDieses unentbehrliche, auf den neuesten Stand gebrachte Standardwerk behandelt in seiner nunmehr 10. Auflage sämtliche die Landwirtschaft betreffenden Rechtsbereiche:vom Wasser-, Forst-, Jagd- und Vertragsrecht über das Grundverkehrs-, Veterinär-, Gesellschafts- und Familienrecht bis hin zum Rechtsschutz. Mit seiner systematischen Gliederung und dem umfangreichen Stichwortverzeichnis wird es nicht nur dem Land- und Forstwirt, sondern auch einschlägigen Versicherungsrepräsentanten und Rechtsanwälten bei der Beantwortung rechtlicher Fragen unschätzbare Dienste erweisen.
Der Autor:
Dr. Nikolaus Posch, geb. 1949, war bis 2003  Referatsleiter der Rechtsabteilung der Landeskammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark.

… zu bestellen bei der Bücherquelle

Östlich grillen – Schaschlik

Fast jedes Fleisch, aber auch Gemüse eignen sich für Schaschlik.

Fast jedes Fleisch, aber auch Gemüse eignen sich für Schaschlik. (aus Schaschlik – östlich grillen v. Stalic; Leopold Stocker Verlag)

Schaschlik ist ein gegrillter oder gebratener, meist marinierter Fleischspieß. Er ist der traditionelle „Imbiss“ in den turksprachigen Ländern , in Russland, dem Kaukasus und in Teilen Südosteuropas.

Grillen östlich…

Viele Schaschlikrezepte stammen ursprünglich aus dem Kaukasus. Es gibt sie auch für Fisch, Meeresfrüchte  und Gemüse. Zur Zubereitung von Schaschlik wird das Fleisch zunächst in kleinere Würfel geschnitten und für Stunden oder Tage mariniert, was ihm den besonderen Geschmack verleiht und es zarter macht. Nach dem Zusammenstecken mit den übrigen Zutaten auf einfache Holzspieße und kurzem Braten über offenen Feuer oder heißer Glut wird Schaschlik meist direkt vom Spieß, ohne Sauce oder weitere Gewürze verzehrt.

Grillen östlich – leicht gemacht Starkoch und Kulinarik-Bestseller-Autor Stalic Chankischijew  gibt im Buch SCHASCHLIK – GRILLEN EINMAL ÖSTLICH Tipps und Anregungen mit zahlreichen Rezepten.

Ihr Rezept von Stalic: Schaschlik grillen aus Schweinehals.. Weiterlesen