Rindermast im Grünland

Qualitätsrindermast im Grünland – Qualitätsrindfleisch ist sehr gefragt.

An Qualitätsrindfleisch besteht große Nachfrage, und die natürlichsten Lebensbedingungen finden Rinder jedenfalls am Grünlandbetrieb. Wie die Vorbereitung zur Mast und die Mast selbst durch fachmännisch angepasste Fütterung und richtiges Management durchgeführt werden, beschreibt dieses Praxisbuch für Mutterkuhhaltung und Jungrinder, Ochsen-, Kalbinnen- und Bullenmast.
Der Autor:
Priv. Doz. Dr. Andreas Steinwidder, geboren 1966 in Knittelfeld, aufgewachsen am elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb in Mühlen, studierte an der Universität für Bodenkultur in Wien. Im Jahr 2005 übernahm er am Lehr- und Forschungszentrum für Landwirtschaft (LFZ Raumberg-Gumpenstein) die Leitung des Instituts für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere.

Einige Tipps vom Autor zur erfolgreichen  Qualitätsrindermast…

  • Neben der Genetik sind  eine tiergerechte Weide- und Stallhaltung von entscheidender Bedeutung für den Erfolg in der Rindermast.

Qualitätsrindermast – nicht nur eine Frage der Genetik

Luftige helle Stallungen mit ausreichend Fressplätzen und guten Liegeverhältnissen sind erforderlich. Die Tiere müssen immer Zutritt zu Wasser haben. Neben der Haltung ist auch ein ruhiger Umgang mit den Tieren und regelmäßige Kontrolle ein Erfolgsgeheimnis für den Erfolg. Die Produktionsrichtung, Fütterung, der Vermarktungsweg und die Rasse bzw. Kreuzung  muss in der Qualitätsrindermast bestmöglich aufeinander abgestimmt sein.

  • Mutterkühe und Jungrinder

Es  muss immer ein hygienisch einwandfreies Futter vorgelegt werden. Eine Fütterung von Kraftfutter an Mutterkühe ist nicht sinnvoll, wirtschaftlich und bei üblichen Fütterungs- und Haltungsbedingungen auch nicht erforderlich. In den ersten Wochen sollten, vor allem milchstarke Mutterkühe, eher zurückhaltend und erst nach 2-3 Säugewochen sehr gut mit Grundfutter versorgt werden. Am Ende der Säugeperiode und in der Trockenstehzeit ist darauf zu achten, dass die Tiere nicht verfetten. Eine gute Entwicklung der Jungrinder kann nur mit einer guten Milchleistung der Kuh erreicht werden. Nach der Abkalbung  ist die Aufnahme von Kolostralmilch lebensnotwendig. Jungrinder benötigen immer Grundfutter beste Qualität ad libitum. Ein eigener Futterbereich (Kälberschlupf) für die Jungrinder ist zu empfehlen. Unter optimalen Bedingungen kann auch mit herkömmlichen Rassen/Kreuzungen auf die Kraftfutterbeifütterung an die Jungrinder verzichtet werden. In der Mehrzahl der Betriebe wird jedoch zumindest in den letzten 1-2 Monaten vor der Schlachtung mit Erfolg eine geringe Menge Kraftfutter (etwa 1-2 kg/Tag) beigefüttert.

  • Ochsen- und Kalbinnenmast
In der Ochsen- und Kalbinnenmast ist eine zügige Jugendentwicklung erforderlich.

In der Ochsen- und Kalbinnenmast ist eine zügige Jugendentwicklung erforderlich.

In der Ochsen- und Kalbinnenmast ist eine zügige Jugendentwicklung notwendig. Bei der Mast ab Kalb ist bereits die Kälberaufzuchtsphase von großer Bedeutung. Die Kälber müssen sich ohne große Wachstumseinbrüche rasch zum Wiederkäuer entwickeln. Dazu ist die tägliche Milchtränkemenge mit etwa 6-8 l pro Tag zu begrenzen. Die Ausmast von Tieren aus der Mutterkuhhaltung ist weit verbreitet. Um bei der Umstellung Leistungseinbrüche zu vermeiden, kann im ersten Monat nach dem Zukauf (=Absetzen) eine Ergänzung des besten Grundfutters mit 1-2 kg Kraftfutter empfohlen werden. Nach der Übergangsfütterung kann bei gut entwickelten Einstellern auch eine extensivere Fütterung (Almochsen etc.) ohne Kraftfutter bis etwa 3 Monate vor dem Verkaufstermin (=Beginn der Endausmast) erfolgen. Wie viel bzw. ob in der Endmast Kraftfutter erforderlich ist, hängt von der Körperkondition der Tiere ab. Wenn Kalbinnen in Qualitätsprogrammen früh zur Schlachtung kommen sollen, benötigen sie durchgehend eine hohe Grundfutterqualität und ein Ergänzungskraftfutter.

Kuhausmast
Altkühe, die keine gesundheitlichen Probleme haben, sollten bei ausreichendem Platz- und Futterangebot am Betrieb nicht ohne gezielte Ausmast zur Schlachtung kommen. In einer 2-3 monatigen Ausmast werden die trocken gestellten und nicht trächtigen Kühe entsprechend einer theoretischen Milchleistung von 15-18 l gemästet. Die täglich notwendige (1-3 kg) Kraftfutterergänzung hängt vom Energiegehalt des Grundfutters ab. Nur bei hochwertigem Weidefutter (Kurzrasenweide bzw. Koppelweide) kann auf Kraftfutter verzichtet werden.

 

 

 

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